Opernfestspiele: Bühnenmeister Jürgen Gaube sorgt für die Sicherheit der Mitarbeiter

Keine Eintagsfliege

Sorgt auf der Opernbühne für die Sicherheit: Jürgen Gaube aus Eisenach ist Bühnenmeister in der Stiftsruine. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Noch bevor die Tore der Stiftsruine für das Publikum geöffnet werden und die Opernsänger die Bühne betreten, macht Jürgen Gaube seine Runde durch das historische Gemäuer. „Ich prüfe, ob auf der Bühne alles sicher ist, ob die Feuerlöscheinrichtungen und die Notausgänge in Ordnung sind. Dann gebe ich der Feuerwehr das ok“, erzählt der 75-Jährige.

Jürgen Gaube ist Bühnenmeister bei den Opernfestspielen Bad Hersfeld. Auf die Arbeitssicherheit zu achten, ist eine der Hauptaufgaben des Bühnenmeisters.

Die Ideen mancher Regisseure und das, was der Arbeitsschutz zulasse, stünden dabei oft im Widerspruch. Die Wünsche des Regisseure so abzuändern, dass sie einerseits den Richtlinien des Arbeitsschutzes entsprechen, andererseits die künstlerische Idee nicht beschädigen, sei oft genug eine Gradwanderung, sagt Gaube. Und manchmal, gibt er auf Nachfrage zu, müsse der Bühnenmeister auch der Spielverderber sein, der „bis hierher und nicht weiter“ sage.

Wenn in der Don-Giovanni-Inszenierung die Donna Elvira etwa aus den hohen Fenstern der Stiftsruine schaue, dann gehe das nur mit Sicherungsseil. Der Aufgabenbereich des Bühnenmeisters sei bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen ohnehin umfassender, als im richtigen Theater. Hier müsse er „Mädchen für alles“ sein und in allen Gewerken selbst Hand anlegen können. „Dabei bin ich von Haus aus gar kein Bühnenmeister“, erzählt der 75-jährige. 1957 war Gaube zum Theater gekommen. „Nach meiner Elektro-Lehre wollte ich eigentlich in Richtung Fotografie“, erzählt er. Sein Wissen über Licht und Schatten nutzte er jedoch als Beleuchter. „Es gibt Leute, die gehören zum Theater und es gibt, Eintagsfliegen. Ich bin beim Theater hängen geblieben“, erzählt Jürgen Gaube.

Per Fernstudium bildete sich der Eisenacher fort, wurde Beleuchtungsmeister, -obermeister, -inspektor, Pyrotechniker und schließlich sogar technischer Direktor am Landestheater Eisenach. „Das ist aber ein Verwaltungsberuf. Ich muss an der Basis sein, das ist meine Welt“, erzählt Gaube.

In Ruhestand

Mittlerweile ist er zwar offiziell in Ruhestand, „aber das R heißt bei mir eher "in Reichweite"“, scherzt er. Und so habe er schließlich auch zugestimmt, als Siegfried Heinrich angefragt habe. Von der Kulisse der Stiftsruine, in der er erstmals tätig ist, sei er beeindruckt. Auch wenn es in dem alten Gemäuer „zieht, wie auf einem Segelschiff“.

„Das Team hat sich einen familiären Charakter bewahrt“, die Arbeit macht Spaß“, sagt Gaube. Nur bei der Beleuchtung habe er sich nicht eingemischt.

Die meiste Arbeit falle während der Proben an. Dennoch ist Jürgen Gaube jeden Tag dabei, wenn sein sechsköpfiges Team die Bühne umbaut. „Wenn ich eine Aufgabe übernehme, dann richtig“, sagt er bestimmt.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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