Der künftige Chef des Gourmetrestaurants „L’étable“ will Gästen Hemmungen nehmen

Keine Angst vor Patrick Spies

Er will seinen Gästen die Angst vor der gehobenen Gastronomie nehmen: Patrick Spies, der neue Küchenchef im Bad Hersfelder Gourmetrestaurant „L’étable“ im Romantik-Hotel „Zum Stern“. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Ich weiß, wie es ist“, stellt Patrick Spies im Brustton der Überzeugung fest. Der künftige Küchenchef des Bad Hersfelder Feinschmeckerrestaurants „L’étable“ weiß um die Hemmungen vieler Menschen, wenn es um die gehobene Gastronomie geht. Welches Glas für welches Getränk, welche Reihenfolge beim Besteck, all die unverständlichen Begriffe auf der Speisekarte und dann noch den ganzen Abend kerzengerade am Tisch sitzen. „Ich will den Gästen die Schwellenangst nehmen, über meinen Küchenstil auf sie eingehen und nicht zu kompliziert kochen,“ verspricht der 31-Jährige, der im März nächsten Jahres im „L’étable“ die Nachfolge von Benedikt Faust antritt.

Am hohen Niveau wird sich dann allerdings nichts ändern: Auch Spies hat sich an seiner bisherigen Wirkungsstätte, der „Villa Hammerschmiede“ in Pfinztal bei Karlsruhe, einen Michelin-Stern und 17 Punkte im Gault Millau erkocht.

Was Spies von seinem Vorgänger unterscheidet, ist jedoch der „Heimvorteil“. „Ich kenne die Mentalität der Leute“, sagt der gebürtige Leimbacher, der in der Gemeinde Eiterfeld aufgewachsen ist und seinen Beruf im „Goldenen Karpfen“ in Fulda erlernt hat. „Ich koche bodenständig, aber mit superguten Produkten,“ sagt Spies, denn natürlich soll ein Essen im „L‘étable“ auch unter seiner Regie etwas Besonderes sein. Dass seine Gäste dabei nicht unbedingt eine Krawatte tragen oder steif vor ihrem Teller verharren müssen, versteht sich seiner Ansicht nach von selbst.

Dann hat’s gepasst

Der Kontakt zum „L’étable“ und zu Hotelchef Achim Kniese kam über einen Mitarbeiter zustande, den Spies in die Küche von Benedikt Faust vermittelt hatte. Man kennt sich eben in der Branche. Und Fausts Aufstieg zum Sterne-Koch im Hersfelder „Stern“ hatte auch den Kollegen Spies gefreut. Über diese Quelle erfuhr der Eiterfelder dann von Faust Weggang, nahm Kontakt zu Kniese auf und: „Dann hat’s gepasst“, sagt Spies.

Für den Eiterfelder schließt sich mit dem Wechsel nach Osthessen ein Kreis. Nach der Ausbildung im „Karpfen“ war ihm klar, dass er mehr wollte und dafür die Heimat verlassen musste. Drei Jahre lang hat er auf Sylt bei Jörg Müller gekocht, die letzten sechs Jahre in der „Villa Hammerschmiede“, seit dreieinhalb Jahren als Küchenchef. Doch Spies sagt ganz offen: „Mein Ziel war es immer, eines Tages wieder nach Hause zu kommen. Schließlich lebt meine Familie hier, und ich bin auch noch in allen Vereinen.“ Jetzt ist es so weit.

Von Karl Schönholtz

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