Kritik an Plänen von Bürgermeister Fehling

Freunde der Stiftsruine: Wormser Festspiele kein Vorbild für Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine  ist nach wie vor in großer Sorge um die Zukunft der Bad Hersfelder Festspiele. In einer Pressemitteilung kritisiert der erweiterte Vorstand nun die Pläne von Bürgermeister Thomas Fehling.

Nach der vom Magistrat beschlossenen fristlosen Kündigung von Intendant Holk Freytag  kritisieren die Mitglieder des erweiterten Vorstands der Gesellschaft in einer Pressemitteilung jetzt auch die Pläne von Bürgermeister Thomas Fehling für das renommierte Freilichttheater.

Fehling werde in der „Wormser Zeitung“ vom 4. August mit den Worten zitiert, dass er „so etwas wie in Worms“ auch gerne in seiner Stadt hätte. Die Ruinenfreunde sind sich darin einig, dass Worms in keiner Weise Vorbild für Bad Hersfeld sein könne. „Eine Event-orientierte, von der Worms umgebenden Industrie gesponserte Veranstaltung, die gerade einmal 15 Prozent der Kosten über Eintrittskarten einspielt, genügt keinesfalls Hersfelder Anforderungen“, heißt es in der Strellungnahme.

Kein Dialog

Dagegen würden die Bad Hersfelder Festspiele zu knapp 60 Prozent durch Einnahmen von Besuchern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum finanziert. „Die öffentliche Unterstützung durch Bund und Land und das durch Bundespräsidenten bestätigte hohe künstlerische Niveau der traditionsreichsten Theaterspiele im Sommer lassen den Wunsch des Bürgermeisters als abwegig erscheinen“, argumentiert die Gesellschaft. Die Bad Hersfelder Festspiele müssten als Freiluftfestspiele auf hohem Niveau erhalten bleiben.

Service: 

Interessierte und engagierte Bürger wenden sich bitte an der Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, Helgo Hahn, Telefon 0171/4983985 oder per Mail: hahn@freunde-der-stiftsruine.de

Enttäuscht sind die Festspielfreunde auch über die fehlende Dialogbereitschaft des Bürgermeisters. In seinem Wahlprogramm von 2010 zur Bürgermeisterwahl hätte Fehling noch angekündigt, dass es an der Zeit sei, mit interessierten Bürgern Workshops zur Entwicklung der Festspiele durchzuführen und gemeinsame Lösungswege zu erarbeiten. Von einer Gemeinsamkeit könne derzeit keine Rede sein. Die Ruinenfreunde bitten den Bürgermeister, zu den Aussagen seines Wahlprogramms zurückzukehren, sie seien weiter für diesen Dialog bereit.

Aktuell bereit seien sie auch, ein Förderkonzept vorzustellen, welches das finanzielle Engagement von Festspielfreunden aus dem deutschsprachigen Raum organisiert und der Stadt keine Zusatzkosten entstehen lässt. (red/ks)

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