Kindermusical zur Geschichte der Arche Noah in der Stadtkirche

Kein Segen, der Regen

Land in Sicht? Noah (Herbert Janßen, 2. von rechts) und seine Söhne (Martin Janßen, Anton Schönewolf und Lukas Kirchner von links) freuen sich genauso wie die Tiere über die Aussicht, die Arche bald verlassen zu können. Foto: Janßen

Bad Hersfeld. Anfangs wollte niemand dem schrulligen Noah glauben, als er von der Prophezeiung der Sintflut berichtete: Die Bürger der Stadt lachten ihn lauthals aus, der Bürgermeister hatte Furcht vor einer Panik unter den Einwohnern und selbst Noahs Söhne, die die Arche zwar folgsam zusammen zimmerten, trauten den Worten ihres Vaters zunächst nicht wirklich.

Mit viel Phantasie und Freude spielten die Kinder und Jugendlichen der Hersfelder Singschule ihre Rollen in dem Musical, das den Titel „Nach uns die Sintflut“ trug. Die Stadtkirche war sparsam, aber bunt und fröhlich dekoriert worden und sowohl im Chor als auch im Publikum waren viele Kinder mit Tiermasken zu sehen, die die Bühnen-Arche auf das Zeichen von Regisseurin Imke Leipold enterten.

Gefährdung der Schöpfung

Doch es war nicht nur das Original der biblischen Geschichte, das hier zu sehen war. Thematisiert wurde die Gefährdung der Schöpfung durch den Menschen: Umweltverschmutzung und das Zubetonieren der Erde, so die Einsicht, führten unter anderem zu Hochwassern, die zwar nicht die Intensität der Sintflut erreichten, die aber dennoch Menschen- und Tierleben aufs Spiel setzen könnten. Die jungen Akteure agierten dabei mit großer Überzeugungskraft: Deutlich war mit dem einsetzenden Regen der Stimmungsumschwung und der Beginn des Nachdenkens spürbar, dazu trugen nicht nur Requisiten wie Gummistiefel und Regenschirme bei, sondern vor allem Mimik und Gestik.

Doch es waren nicht nur die schauspielerischen Leistungen, die das Publikum in der Stadtkirche beeindruckten, sondern vor allem der Gesang. Die modernen und eingängigen Lieder wurden sowohl in kleinen, solistisch besetzten Gruppen wie auch im Gesamtchor vorgetragen und offenbarten ein solides Niveau der sängerischen Ausbildung des Nachwuchses an der Stadtkirche. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger bei ihrem letzten Konzert unter der Leitung von Johannes Kleinjung durch Andreas Leipold (Flöte), Katharina Kleinjung (Violine) und Björn Diehl (Trompete), die sich das tierische Vergnügen ebenfalls nicht entgehen lassen wollten und als Krokodil, Dompfaff und Maus auftraten.

Ergänzt wurden die jugendlichen Akteure durch einige erwachsene Mitspieler. Zu sehen waren Herbert Janßen als Noah, der ebenfalls als Solosänger zu hören war, Klaus Fischer als sehr staatstragender Bürgermeister und als stilechte THW-Helfer Stefan Ragotzky und Andreas Spill.

Trotz des guten Endes des Stückes waren die Besucher aber wohl doch froh, dass der Regen draußen inzwischen nachgelassen hatte und so das Verlassen der Kirche ohne Gummistiefel und Regenschirme und ohne Angst vor Hochwasser möglich war.

Von Ute Janssen

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