Anwohner befürchten durch geplanten Ausbau der Autobahn 4 mehr Lärm

Kein Schutz fürs Kurviertel

Öffentliche Auslegung: Noch bis zum 12. August können die Unterlagen zum geplanten Autobahn-Ausbau von Jedermann eingesehen werden – entweder im Bauamt oder im Internet auf der städtischen Website. Foto: ks

Bad Hersfeld. Wenn in den nächsten Jahren die Autobahn 4 bei Bad Hersfeld erneuert und ausgebaut wird, dann gibt es zwar Lärmschutz für den Eichhof und den Johannesberg, nicht aber für das Kurviertel. Das ergibt sich aus dem Planfeststellungsverfahren, das jetzt zum letzten Mal in die öffentliche Auslegung gegangen ist.

Demnach wird der zwischen der Eichhofsiedlung und der Eisenbahnüberführung gelegene Autobahnabschnitt im Zuge des Ausbaus mit Lärmschutzwänden versehen, aber eben nur in Richtung der beiden genannten Stadtteile. Zum Kurpark hin soll die Trasse offen bleiben.

Schallreflexion

Die Anwohner im Kurviertel befürchten jedoch, dass sich die Lärmbelastung im Vergleich zu heute noch erhöhen wird – nicht zuletzt durch Schallreflexion von der zum Johannesberg hin errichteten Wand.

Diese Bedenken wurden bereits bei der ersten Auslegung der Baupläne und der dazugehörigen Unterlagen im vergangenen Jahr geltend gemacht – von der zuständigen Verkehrsbehörde Hessen Mobil jedoch verworfen.

Zwar wurden bei der Bearbeitung der eingereichten Stellungnahmen einzelne Häuser, die bisher nicht betrachtet worden waren, nachträglich aufgenommen. Doch das für die Einwohner des Kurviertels enttäuschende Ergebnis blieb dasselbe: Aktiven Lärmschutz, also eine Wand, wird es in diesem Abschnitt nicht geben, allenfalls passive Maßnahmen – Schallschutzfenster – können im Einzelfall bezuschusst werden.

Was ebenfalls den Unmut einiger Hersfelder erregt: Eine gemeinsame Betrachtung des Krachs, der von der Autobahn verbreitet wird, und dem Verkehrslärm der noch näher am Kurviertel liegenden Bundesstraße 62, gibt es nicht.

Acht dicke Ordner

Die acht dicken Aktenordner, in denen die ursprünglichen und die teilweise geänderten Planunterlagen abgeheftet sind, können noch bis zum 12. August von jedermann eingesehen werden – entweder im technischen Rathaus in der Landecker Straße oder online auf der städtischen Website. Bedenken und Stellungnahmen sind bis dahin auch weiterhin möglich.

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Von Karl Schönholtz

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