Bürgermeister sehen Wahlfreiheit bei Autokennzeichen kritisch

Kein Nummernschild für einzelne Orte

Hersfeld-Rotenburg. Die jüngsten Pläne zu mehr Wahlfreiheit bei Autokennzeichen werden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kritisch gesehen. In der vergangenen Woche hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) angekündigt, dass Städte und Gemeinden künftig freie Hand bei der Vergabe der Kfz-Kennzeichen haben sollen.

Die geplante Neuregelung soll es Zulassungsbehörden ermöglichen, mehrere Kennzeichen für einen Verwaltungsbezirk auszugeben. Dabei sind auch vollkommen neue Buchstabenkombinationen denkbar. Im extremsten Fall wären BEB auf dem Nummernschild für Bebra und NID für Niederaula denkbar. Auch das ROF-Kennzeichen des Altkreises Rotenburg könnte wieder eingeführt werden.

„Wir warten erst einmal auf die Gesetzesgrundlage und die Durchfürhungsbestimmungen“, sagt Landkreissprecher Michael Adam. „Vorher machen wir keine Pferde scheu“, führt Adam weiter aus. „Haben wir in Deutschland keine anderen Probleme?“, kommentiert Bebras Bürgermeister Horst Groß die geplante Neuerung. „Ich werde keinen Vorstoß für ein eigenes Kfz-Kennzeichen machen“, sagt Groß.

Auch eine Wiedereinführung der Buchstabenkombination ROF sieht Bebras Bürgermeister kritisch. Zusätzliche Kennzeichen seien unnötig teuer und unübersichtlich. „Ein eigenes Kennzeichen wäre zwar eine nette Werbemöglichkeit. Ich weiß aber nicht, ob das eine glückliche Idee ist“, sagt Philippsthals Bürgermeiser Ralf Orth mit Blick auf den bürokratischen Aufwand. Eine Rückkehr zu ROF könnte sich Ronshausens Bürgermeister Markus Becker vorstellen. Eine weitere Zergliederung gehe allerdings zu weit.

Für den Erhalt des bisherigen HEF-Kennzeichens plädiert auch Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach. „Die Kommunen sollen zusammenarbeiten“, sagt Rohrbach. Unter dem bisherigen Kennzeichen sei der Landkreis überregional bekannt.

Von Jan-C. Eisenberg

Kommentare