"Kein Missbrauch von Daten"

Einbruch in Landratsamt: Datenschützer tippt auf gezielten Geräteklau

Verschwunden: Aus diesem Bauschrank im Landratsamt sind die zehn Server entwendet worden. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Der dreiste Einbruch in die EDV-Zentrale des Bad Hersfelder Landratsamt beschäftigt auch den Hessischen Datenschutzbeauftragten. Dort sieht man jedoch keinen Anlass für Ängste um die Sicherheit der gespeicherten Informationen.

Das erklärte gestern Referatsleiter Dr. Robert Piendl auf Anfrage unserer Zeitung.

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„Aus der Sicht von uns Datenschützern ist der Diebstahl natürlich äußerst unerfreulich“, sagte Piendl. Bei der Wiesbadener Behörde, deren Auftrag die Wacht über die informationstechnische Unversehrtheit der Bürger ist, geht man jedoch nach wie vor davon aus, dass die Diebe es nur auf die Geräte, nicht aber auf die in ihnen gespeicherten Informationen abgesehen haben. Die Daten seien verschlüsselt und der Zugang durch Passwörter geschützt.

Missbrauch ausgeschlossen

Nach Bekanntwerden des Einbruchs hatte sich die Dienststelle bei der Kreisverwaltung in Bad Hersfeld informiert und die Überzeugung gewonnen, dass ein Missbrauch personenbezogener Daten durch die Einbrecher ausgeschlossen sei. „Es gibt keinen Grund zur Besorgnis“, versicherte Referatsleiter Piendl. Er hoffe trotz allem, dass die Sache schnell aufgeklärt werde.

Keinen Grund zum Eingreifen sieht das Regierungspräsidium in Kassel. Pressesprecher Klaus Conrad verwies auf die kommunale Eigenkontrolle des Landrats. Im Bezug auf die Datensicherheit der Waldhessen sieht Conrad momentan keinen Handlungsbedarf. Erst wenn sich solche Vorfälle wiederholten, müsse man einschreiten.

Beim Unternehmen ekom21, das einmal das Kommunale Gebietsrechenzentrum (KGRZ) mit Sitz in Kassel war, konnte man das mögliche Gefährdungspotenzial für die Daten der Menschen im Landkreis nicht einordnen. Pressesprecher Stefan Thomas ging gestern davon aus, dass die Daten zumindest immer noch auf den Servern in Kassel liegen, also nicht für immer verschwunden sind. Nähere Auskünfte über die Art und den Umfang, in dem das Landratsamt den Service von ekom21 nutzt, stellte Stefan Thomas für den heutigen Donnerstag in Aussicht.

550 Verwaltungen betreut

„ekom21“ ist das größte kommunale Dienstleistungsunternehmen bei der Wartung und dem Vertrieb von Datenverarbeitungsanlagen in Hessen. Hervorgegangen ist das Zentrum für Informationstechnologien aus den Kommunalen Gebietsrechenzentren. Die ekom21 betreut über 30 000 Anwender aus 550 Verwaltungen und hat sich auf Komplettlösungen für den öffentlichen Dienst spezialisiert: Landkreise, Städte, Gemeinden, kommunale Eigenbetriebe, Zweckverbände, Anstalten, Krankenhäuser, Heime und andere öffentliche Einrichtungen.

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