Kein Medium ist an sich gut oder böse

Facebook ist robuster als Papier. Und eine virtuelle Beleidigung wesentlich langlebiger als ein Spott-Zettel an der Klassenzimmertür. Deshalb stellen die neuen Medien die Schulen auch vor die Herausforderung, mit Mobbing per Facebook umzugehen.

„Die Dimension der Beschimpfungen ist neu“, sagt Christine Fuchs-Hannappel. „Per Facebook erfahren es alle, und es verbreitet sich rasend schnell.“

Die Schulsozialarbeiterin erlebt immer wieder, dass sowohl Schüler als auch Lehrer im Umgang mit der virtuellen Schikane hilflos sind. Doch was in der Realität strafbar ist, kann auch im Internet verfolgt werden. Inzwischen gab es im Kreis schon mehrere Fälle von Internet-Mobbing, bei denen die Polizei eingeschaltet wurde. „Die meisten sind geschockt, wenn Ihnen dann die Facebook-Protokolle als Beweise vorgelegt werden“, erzählt Kreisverbindungslehrer Lars Förster. „Nicht alle verstehen, dass ihr Handeln im Internet auch reale Konsequenzen hat.“

Da vor allem jüngere Schüler oft blauäugig mit den sozialen Medien umgehen, plädiert Förster dafür, das Thema auch im Unterricht aufzugreifen. „Kein Medium ist ja an sich gut oder böse“, sagt er. „Es geht immer darum, wie wir damit umgehen.“

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