Festspielporträt: „Zauberberg“-Darsteller Thomas Gimbel war schon 2011 dabei

Kein Mann leerer Worte

Packt im Privaten und auf der Bühne gern selbst mit an: In Bad Hersfeld ist Thomas Gimbel „nur“ Schauspieler, sonst arbeitet er auch als Regisseur. Foto: Marth

Bad Hersfeld. Ein Mann leerer Worte war Thomas Gimbel noch nie. In der Jugend engagierte er sich bei den Grünen und in der Gemeinde, schon mit 16 gründete er mit Freunden ein eigenes Kabarett – heute kümmert er sich nebenbei um den Aufbau einer Nachwuchs-Schauspielschule. Gimbel ist nicht nur ein Redner, der 46-Jährige ist ein Macher.

Dass er auf die Bühne gehört, war dem gebürtigen Mannheimer, der bei den Festspielen gleich zwei Rollen spielt, spätestens zu Zeiten des Kabaretts „Herzklopfen“ klar. „So mit 15 ist das Hobby entstanden. Damals war es angesagt, viele Theaterworkshops zu besuchen“, erinnert er sich. „Da hab’ ich dann festgestellt, dass das ein Medium ist, das mir liegt – und seitdem bin ich am Ball geblieben.“

„Ich bin der Typ Schauspieler, der auch mitdenkt, mitarbeitet und mittut.“

Thomas Gimbel

Nach dem Abitur sei klar gewesen, dass er zumindest den Versuch unternehmen würde, einen der wenigen heiß begehrten Schauspielschul-Plätze zu bekommen. Im zweiten Anlauf schaffte er die Aufnahme an der Westfälischen Schauspielschule Bochum, brach sein zwischenzeitlich begonnenes Sozialpädagogik-Studium ab und verschrieb sich vollkommen dem Künstlertum.

Noch während des Studiums erhielt der 46-Jährige, der seit zwölf Jahren mit seiner Familie auf dem Land in Ratingen lebt, die ersten Engagements im Schauspiel Bochum. Nach seiner Ausbildung wurde er Ensemblemitglied in Wuppertal, seit 1995 arbeitet er zudem als Regisseur. 1998 folgte dann der Wechsel zur Tätigkeit als freischaffender Künstler an Theater und Oper, für Film und Fernsehen.

Familienmensch

Gewöhnen würde man sich nie daran, viel unterwegs zu sein, sagt Gimbel. „Gerade heute ist so ein Tag, an dem ich meine Familie sehr vermisse und schon zweimal angerufen habe.“ Die Lösung? So oft wie möglich nach Hause fahren und bei der Wahl der Übernachtungsmöglichkeiten darauf achten, dass Besuch kommen kann. Auch in Bad Hersfeld waren seine Lieben bereits zu Gast.

Seine Familie sei so etwas wie sein größtes Hobby, Engagement für sie ist ihm besonders wichtig. Genau wie für die Arbeit – denn auch hier geht nichts, ohne vollkommen dahinter zu stehen. Er sei der Typ Schauspieler, der es schon „ganz wichtig findet, dass man da auch mitdenkt, mitarbeitet und mittut“, gibt er zu.

Schon zu Wuppertaler Zeiten war er dem damals dort als Intendant arbeitenden Holk Freytag „scheinbar so auf die Nerven gegangen, dass der gesagt hat: Okay, nächstes Jahr kriegst du bei mir eine Inszenierung.“, erzählt er und schmunzelt: „Ich empfand das damals als Ritterschlag.“

2011 holte Freytag „seinen Ritter“ dann nach Bad Hersfeld, in diesem Jahr ist er zum zweiten Mal da. Ob er sich weitere Engagements vorstellen könne? „Auf jeden Fall, ich mag Bad Hersfeld sehr.“ Die Chancen auf eine weitere Rückkehr stehen also nicht schlecht. Schließlich ist Gimbel kein Mann leerer Worte.

Von Kristina Marth

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