Wochenendporträt: Musik ist sein Leben - Es darf auch mal Mozart sein

Kein Lolls ohne „Hotte“: DJ Horst Günther legt seit fast 20 Jahren am Sportlereck auf

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Setzt trotz Laptop immer noch auf CDs: Kult-DJ Horst Günther.

Bad Hersfeld. Kein Lolls ohne Horst Günther und seine Partykracher. Seit nunmehr fast 20 Jahren legt der Kult-DJ im Zelt am Sportlereck auf – an acht Tagen, ohne einen Tag Pause. Klingt anstrengend, und ist es wahrscheinlich auch. Trotzdem sei Lolls die schönste Arbeitswoche im Jahr, erklärt der 61-Jährige.

Günther ist gelernter Betriebsschlosser, aber auch ausgebildeter Musiker für klassisches Klavier. Viele Jahre zog er als Alleinunterhalter durch die Lande, spielte und sang bei Betriebs- oder Familienfeiern und im Winter beim Après-Ski in Österreich.

„Den ersten öffentlichen Auftritt hatte ich mit 17 Jahren“, erinnert sich Günther, der inzwischen auch im Bereich Bühnenbau und -technik tätig ist. Für den Lollslauf stattete er die Schildehalle aus und auch beim Auf- und Abbau für das Lollsfestival war er jetzt im Einsatz.

Im Sportlereck spielt „Hotte“, der bei seinen Auftritten stets Tracht trägt, bekannte Klassiker ebenso wie aktuelle Gassenhauer, Mallorca- und Après-Ski-Hits. „Das ist ein herrliches Arbeiten hier, und ich singe immer noch jedes Lied mit“, sagt der 61-Jährige lachend.

Privat zieht er übrigens anderes vor: „Ich bin Mozart-Fan“, verrät Günther, der an seinem Klavier im Wintergarten wunderbar entspannen kann.

Von seiner Empore im Zelt aus beschallt das Party-Urgestein Abend für Abend die Massen, Jung und Alt, auch das Licht steuert er selbst. Die längste Schicht hat Günther am Lolls-Montag, wenn er von Mittag bis Mitternacht für Stimmung sorgt. Die Idee zu der Bühne über der Theke habe er aus Ischgl mitgebracht, verrät Günther. „So nehme ich keinen Platz weg und habe alles im Blick. Allerdings habe ich dort oben die schlechteste Luft ...“

Zutritt zur Empore, die über eine fest installierte Leiter zu erreichen und ganz offiziell vom Bauamt abgenommen ist, hat außer ihm selbst niemand – auch Damenbesuch ist tabu.

Zwei Körbchen verbinden den DJ mit dem Geschehen unter ihm, eines für die Musikwünsche der Feiernden und eines für Getränke. Günther versprüht immer gute Laune. „Positiv denken, handeln und viel lachen“, lautet seine Devise. Dabei hat es das Leben nicht immer gut mit ihm gemeint. Günther ist zweimal verwitwet und muss nach drei Herzinfarkten und zwei Schlaganfällen auf die Gesundheit achten. Vor vier Jahren beendete er deshalb auch seine Karriere als Alleinunterhalter. „Die Infarkte und Schlaganfälle haben mich von meinem Klavier getrennt.“

Im Sportlereck wird er aber vermutlich auch 2017 wieder dabei sein. „So einen Blödmann muss man ja erstmal finden, der sich an acht Tagen zum Hampelmann macht“, scherzt „Hotte“, bei dem ohne Musik gar nichts geht, wie er selbst sagt. Erholung ist nach dem Fest aber dennoch nötig. In Kürze geht es nach Sylt, „ganz gemütlich“. (nm)

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