Verfahrensdauer im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Rahmen

Kein langes Warten auf Gerichtsprozesse

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Bad Hersfeld/Fulda. Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dauern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nicht außergewöhnlich lange. „Das geht schon zügig bei uns“, erklärte Staatsanwalt Harry Wilke, Pressesprecher der für den Kreis zuständigen Anklagebehörde in Fulda.

Gleichwohl schränkte Wilke ein, dass die Gründe, die die Dauer eines Verfahrens beeinflussen, vielfältig seien. Pauschale Aussagen könnten demnach kaum getroffen werden. Wilke: „Es liegen hier jedoch keine Beschwerden vor, mir ist auch nichts Negatives bekannt.“ Der Staatsanwalt verwies jedoch auch darauf, dass die Verantwortung nach Abschluss der Ermittlungen und Anklageerhebung an die jeweiligen Gerichte übergehe, die die Prozesse dann terminieren.

In Kassel hatte der Verein der Zeugen- und Opferhilfe besonders die Verfahrensdauer in Fällen von sexuellem Missbrauch beim dortigen Landgericht kritisiert und die damit einhergehende Belastung für die Opfer thematisiert.

Dr. Rolf Schwarz, Pressesprecher beim Amtsgericht Bad Hersfeld, untermauerte Wilkes Aussagen aus Sicht der Richter: 5,1 Monate hat es im vergangenen Jahr in Bad Hersfeld durchschnittlich gedauert, bis in einem Strafverfahren vor dem Einzelrichter, dem Schöffengericht oder dem Jugendrichter verhandelt wurde. Diese Frist entspricht in etwa dem hessischen Mittelwert.

Bei Familiensachen und Zivilverfahren liegt das Gericht in der Kreisstadt mit 5,3 beziehungsweise 4,5 Monaten Dauer deutlich unter den Durchschnittswerten im Land.

Dr. Schwarz wies ebenfalls auf Besonderheiten hin, die ein Verfahren in die Länge ziehen können. Ursachen seien beispielsweise Sachverständigengutachten, die eingeholt werden müssten, oder auch Auskünfte, wenn etwa bei Scheidungsverfahren bei der Rentenversicherung nachgefragt werden muss.

Von Karl Schönholtz

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