Bürgerinitiative befürchtet höhere Belastung und beklagt bürgerfernes Verfahren

Kein Lärmschutz für Kurviertel

Eine erhöhte Lärmbelastung für den Kurpark (Foto) und die Hersfelder Innenstadt befürchtet die Bürgerinitiative durch den geplanten einseitigen Schallschutz an der Autobahn. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. „Bürgerferne“ wirft die Bürgerinitiative A4-Lärmschutz aus Bad Hersfeld dem Regierungspräsidium in Kassel im Zusammenhang mit den geplanten Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn A4 vor. Kritisiert wird nicht nur, dass mutmaßlich sämtliche Bedenken und Widersprüche im Rahmen der Planfeststellung negativ beschieden wurden, sondern auch, dass der letzte Erörterungstermin vor der endgültigen Entscheidung drei Tage vor Weihnachten angesetzt wurde.

Im Grundsatz richtet sich Widerspruch nicht gegen die Lärmschutzmaßnahmen an sich, sondern gegen den Umstand, dass er im gesamten Kurparkbereich nur einseitig zum Johannesberg hin erfolgen soll.

„Keines der vielen Argumente, gegründet auf der Befürchtung einer erhöhten Lärmbelastung der gesamten Stadt und nicht nur des Kurgebietes, zusätzlich zur bereits bestehenden Lärmüberflutung unseres Fuldatales, wurde von Hessen Mobil beziehungsweise vom RP akzeptiert“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative. Sie und viele Hersfelder befürchten eine zunehmende Lärmbelastung durch Reflektionen des Verkehrslärms in Richtung Innenstadt.

Alle, die einen Einspruch eingelegt hatten – im vorliegenden Fall um die 200 Personen sowie der Magistrat der Stadt Bad Hersfeld mit einstimmiger Unterstützung der Stadtverordnetenversammlung – sind am 21. Dezember um 12 Uhr mittags zur nicht öffentlichen Erörterungssitzung in die Stadthalle eingeladen. Diese stellt im Rahmen des Verfahrens die letzte Gelegenheit dar, sich überhaupt noch zu informieren und zu äußern. Im Anschluss erfolgt die endgültige Entscheidung des RP, gegen die dann nur noch der Klageweg offen bliebe.

Die BI A4-Lärmschutz stellt fest, dass diese Terminvorgabe in die bisherige Systematik der Bürgerferne dieser Behörde passt und wertet sie als Provokation und als offensichtliche Taktik, möglichst widerstandsfrei die bestehende Planung durchzusetzen. Für Berufstätige sei der Termin praktisch nicht machbar und für alle anderen so kurz vor Weihnachten ebenfalls schwierig, stellen die beiden BI-Sprecher Dr. Joachim Dähn und Bernd Raacke fest.

Die BI hat deshalb einen Fachanwalt eingeschaltet und nach einer kurzfristigen, sehr erfolgreichen Spendensammlung den kostenintensiven Auftrag erteilt, Beweisanträge gegen das Verfahren wegen weiterhin deutlicher Mängel zu erstellen. Außerdem wird die Bildung eines Lärmschutzbeirates für Bad Hersfeld angeregt. (red/ks)

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