Windpark KG weist Kritik des NABU am Vogelschutz auf dem Wehneberg zurück

„Kein Kranich-Massaker“

Bad Hersfeld. Die Windkraft Bad Hersfeld KG hat Vorwürfe des Naturschutzbundes NABU zurückgewiesen, man habe ein „Auftragsgutachten“ zum Vogelflug im Bereich des geplanten Windparks am Wehneberg vorgelegt (wir berichteten).

Geschäftsführer und Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer stellt nun in einer Pressemeldung klar, die vorliegende avifaunistische Voruntersuchung von WAGU GmbH Kassel in Verbindung mit dem Feldornithologen W. Brauneis, Eschwege, komme lediglich zu dem Ergebnis, dass der geplante Standort eines Wald-Windparks auf dem Wehneberg nicht als geeignetes Brutgebiet von Rotmilan und Schwarzstorch eingeschätzt wird. „Zu anderen Themen äußert sich die Voruntersuchung nicht“, erklärt Boehmer.

Die bisherigen Planungen hätten sich auf die vom NABU-Landesverband Hessen veröffentlichte Karte der Vogelfluglinien gestützt, der der NABU selbst nun offenbar widerspreche. Die Behauptung, der Landkreis sei „ein Zentrum mehrerer internationaler und bedeutender Vogelfluglinien“, lasse vielmehr die Frage aufkommen, warum dann trotzdem bisher in beachtlichem Ausmaß fast überall im hiesigen Landkreis Windparks entweder bereits gebaut wurden oder geplant sind.

Die vom NABU geforderte Offenlegung eines seit Mai 2011 existierenden Gutachtens „zur Abgrenzung relevanter Räume für windkraftempfindliche Vogel- und Fledermausarten“ erwecke den Eindruck, das Gutachten solle zur Instrumentalisierung avifaunistischer Belange und zur Verhinderung von Windkraftanlagen im Landkreis dienen.

Die Windpark KG verweist darauf, dass der Bau eines Windparks von der erfolgreichen Durchführung des Verfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und der dazu entsprechenden Unweltverträglichkeits-Prüfung abhänge. Deshalb sollten alle ruhig und gelassen die Entscheidung der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Kassel abwarten.

„Durch den geplanten Windpark im Wald oberhalb des Wehneberges wird es selbstverständlich zu keinem Massaker von Kranichen und anderen Vogelarten kommen“, erklärt Boehmer und fügt ironisch hinzu: „Oder trauen Sie uns das wirklich zu?“ (red/kai)

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