HZ-Interview mit dem neuen Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling

Kein Junior hinter Boehmer

Vom milden Klima auf Teneriffa zurück ins winterliche Bad Hersfeld: Am Montag wird es für den neuen Bürgermeister Thomas Fehling ernst. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Am Montag geht’s für Thomas Fehling endlich richtig los: Dann wird der neue Bad Hersfelder Bürgermeister sein Amt antreten. Vor dem großen Tag sprach HZ-Redakteur Karl Schönholtz mit dem künftigen Rathauschef.

Herr Fehling, vier Tage auf Teneriffa mussten zwischen Ihrem bisherigen Beruf und dem Start als Bürgermeister fürs Auftanken reichen. Sind sie jetzt gut erholt?

Thomas Fehling: Es könnte natürlich immer länger sein, aber die vier Tage haben schon sehr gut getan. Und sie waren auch dringend notwendig.

Was werden Sie am Montag als erstes tun?

Fehling: Es geht los mit einem Rundgang durch die Verwaltung. Mir ist ganz wichtig, den Mitarbeitern hallo zu sagen und erste Gespräche zu führen. Wir haben die externen Termine, soweit das möglich war, in die zweite Januar-Hälfte gelegt, damit ich die Chance habe, mich zunächst mit dem Internen vertraut zu machen.

Die Mitarbeiter der Verwaltung sind sicher gespannt auf ihren neuen Chef. Wen dürfen sie erwarten?

Fehling: Den gleichen Thomas Fehling wie bisher auch. Was sicherlich meinen Arbeitsstil kennzeichnet, ist eine klare Ergebnisorientierung, also dass man Ziele setzt und darauf hinarbeitet. Was neu und anders sein wird, ist ein sehr kooperativer Arbeitsstil. Ich bin gewohnt, in Teams zu arbeiten, Personen machen zu lassen. Ich glaube, es wird eine Herausforderung für die Verwaltung sein, sich mit diesem neuen Führungsstil zu akklimatisieren.

Im Zusammenhang mit der problematischen Lage der Vitalisklinik ist in den vergangenen Tagen auch Ihr Name angesprochen worden. Warum haben Sie es abgelehnt, hier Verantwortung zu übernehmen?

Fehling: Ich hatte klar gesagt, für mich geht es am 3.1. los. Ich war bereit, mich schon vorher schlau zu machen. Es gab Gespräche mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Lothar Seitz, das hat auch gut funktioniert. Aber ich werde nicht so naiv und blauäugig sein, eine so verantwortungsvolle Aufgabe, die auch mit Haftung zu tun hat, einfach blanko zu übernehmen. Zweitens habe ich eine Wirtschaftsprüfung zur Bedingung gemacht. Dritter Punkt: Auch ein Zusammenspiel von mehreren Geschäftsführern muss klar geregelt sein. Es kann sicher jeder nachvollziehen, dass ich mich nicht als Junior-Geschäftsführer hinter Herrn Boehmer einreihen würde.

Was halten Sie von den finanziellen Forderungen, von denen der Geschäftsführer Boehmer seine weitere Tätigkeit für die Wirtschaftsbetriebe abhängig gemacht hat?

Fehling: Das möchte ich nicht kommentieren.

Ihre politische Heimat ist die FDP. Im Wahlkampf hat Sie die CDU unterstützt, und zur Kommunalwahl tritt die Neue Bürgerliste NBL mit dem erklärten Ziel an, Ihnen eine Mehrheit zu verschaffen. Wo stehen Sie denn nun?

Fehling: Ich habe als Bürgermeister eine gewisse Neutralitätspflicht. Das habe ich den Parteien und Fraktionen auch zugesagt. Andererseits muss ich um Verständnis bitten, dass ich mich als Kreisvorsitzender der FDP nicht völlig heraushalten kann und ein paar Verpflichtungen habe. Aber das muss alles ausbalanciert sein. drei fragen

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