Die Bad Hersfelder Friedrich-Fröbel-Schule feiert ihr Jubiläum mit einem Schulfest

100 und kein bisschen alt

Festakt auf dem Schulhof: Schulleiter Wilfried Sandlos und sein Stellvertreter Harald Schönig (von links) freuen sich auf die 100-Jahr-Feier der Friedrich-Fröbel-Schule am 29. Juni. Neben Schülern, Eltern und Angehörigen sind auch Ehemalige und Gönner der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen willkommen. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Der Putz bröckelt ein wenig von den Wänden des imposanten, denkmalgeschützten Gebäudes an der Bad Hersfelder Vitalisstraße. Doch das ist auch die einzige Altersschwäche der Friedrich-Fröbel-Schule, die sich zu ihrem 100. Geburtstag so innovativ und lebendig wie nie zuvor präsentiert.

„17 Eltern haben ihre Kinder für das kommende Schuljahr neu angemeldet – auf eigenen Wunsch, denn sie sind von unserem pädagogischen Konzept überzeugt“, sagt Schulleiter Wilfried Sandlos. „Diese bewusste Entscheidung verdient Respekt, und es gibt wohl kaum einen schöneren Vertrauensbeweis für unsere Arbeit.“ Er verhehlt nicht, dass Förderschüler noch immer einer gewissen gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt sind. „Daher legen wir großen Wert darauf, unsere Schüler zu selbstbewussten Menschen zu erziehen.“

Die Kluft zwischen Sonderpädagogik und allgemeiner Pädagogik hat sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts immer mehr geschlossen. So besteht für die Friedrich-Fröbel-Schüler seit dem Jahr 2010 die Möglichkeit, den Hauptschul- oder sogar den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erwerben. Möglich macht das eine Kooperation mit der Gesamtschule Geistal.

„Im laufenden Schuljahr konnten so neun unserer Schüler den Abschluss einer allgemeinen Schule erlangen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Harald Schönig. Fünf davon hätten sogar den qualifizierenden Hauptschulabschluss erreicht, der zu einem Besuch einer weiterführenden Schule befähige. „Teilweise machen ehemalige Schüler ihr Fachabitur oder nehmen sogar ein Studium auf“, freut sich Schönig.

Auf der Basis des Vertrauens

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen legt besonderen Wert auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern. Ob nun Konzentrations- oder Wahrnehmungsstörungen – die Schwächen der Schüler werden gemeinsam und in kleinen Schritten aufgearbeitet. „Mit mangelnder Intelligenz hat der Besuch einer Förderschule nichts zu tun“, bekräftigt Sandlos. Kleine Klassengrößen, eigene Lehrpläne und die Möglichkeit, die reine Schulbesuchszeit zu verlängern, geben den Schülern die Möglichkeit, ihren Bedürfnissen entsprechend zu lernen. „Wir können individuell auf den Förderbedarf jedes Schülers reagieren“, sagt Sandlos.

Fest auf dem Schulhof

Zum Jubiläum am 29. Juni wird es ab 11 Uhr einen großen Festakt auf dem Schulhof geben. Dabei werden die Schüler die vorher in einer Projektwoche eingeübten Programmpunkte vorstellen. Laut Sandlos sei das Fest auch ein Dank an alle Förderer und Partner der Schule. „Ohne sie wäre die 100-jährige Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen.“

Von Emily Spanel

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