Landrat Schmidt verteilt Zuständigkeiten der Verwaltung neu

Kehraus beim Kreis: Elke Künholz kaltgestellt

Hersfeld-Rotenburg. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) hat der 1. Kreisbeigeordneten Elke Künholz (SPD) wesentliche Zuständigkeitsbereiche in der Kreisverwaltung entzogen und sie damit de facto entmachtet. Neben der Verantwortung für die Schulverwaltung (wir berichten kurz am Samstag) verliert Künholz auch das Frauenbüro, das Medienzentrum sowie die Volks- und Musikschule. Sie wurden alle dem Fachbereich 1 von Jörg Gossmann zugeteilt und sind künftig direkt dem Landrat unterstellt.

Gestern wurden die Mitarbeiter des Landratsamtes über die organisatorischen Veränderungen informiert. Elke Künholz war bereits am Freitag vom Landrat über die Umstrukturierung in Kenntnis gesetzt worden. Auch Künholz’ Lebensgefährte, Verwaltungsoberrat Uwe Brall, der bisher den Fachdienst Schulverwaltung geleitet hatte, wird versetzt und zwar in die Stabsstelle Planung und Controlling.

Schulverwaltung und Immobilienmanagement werden künftig in Personalunion von Anja Csenar geleitet. Der Landrat erklärte, beide Bereiche gehörten inhaltlich zusammen, das habe auch Elke Künholz stets gefordert.

„Fachliche Argumente sprechen dafür“, räumt Künholz gegenüber unserer Zeitung ein, allerdings unter dem Dach ihres früheren Fachbereichs. Sie habe die Umorganisation zwar zur Kenntnis genommen, ihre Zustimmung aber verweigert. „Ich bin über die Art und Weise des Handelns von Landrat Schmidt sehr enttäuscht“, sagte Künholz, die jetzt nur noch für den – allerdings großen und verantwortungsvollen – Sozialbereich zuständig ist.

Landrat Schmidt hatte erklärt, er wolle seinem Nachfolger Dr. Michael Koch am 1. September ein „gut bestelltes Haus“ übergeben. Für die Umorganisation wurden unter anderem haushaltstechnische Gründe sowie die bessere Ausschöpfung vorhandener Synergien angeführt.

Als „ziemlich späte Einsicht des Landrats“ kommentiert SPD-Fraktionschef Manfred Fehr die Zusammenlegung von Schul- und Immobilienverwaltung. Aus sachlichen Gründen hätten die Sozialdemokraten seit Jahren dafür plädiert. Schmidt mache damit von seinem Recht der Aufgabenverteilung innerhalb der Verwaltung Gebrauch. Menschlich könne Fehr das Agieren des Landrats gegenüber Elke Künholz allerdings „nicht als positiv“ bewerten.

Die SPD wolle auf einer Klausurtagung am kommenden Wochenende darüber beraten, ob sie Künholz zur Wiederwahl als 1. Kreisbeigeordnete vorschlagen werde. Angesichts der Sitzverteilung im Kreistag sei man nicht sicher, ob ein solcher Antrag eine Mehrheit finden würde. (kai)

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