Aufnahmestopp wegen Überbevölkerung: Tierschutzverein geht der Platz aus

Katzenjammer im Heim

So ein Katzenjammer: Der 1. Vorsitzende Winfried von Alpen (links) und Mitarbeiter Toni Zabel (rechts) mit zwei der insgesamt 70 Katzen, die derzeit im Bad Hersfelder Tierheim wohnen. Foto: Streck

Bad Hersfeld. Das Tierheim des Bad Hersfelder Tierschutzvereines kann im Moment keine Katzen mehr aufnehmen. „Wir haben lange gezögert, aber jetzt mussten wir diesen Schritt gehen“, sagt der erste Vorsitzende Winfried von Alpen. Es ist einfach kein Platz mehr für weitere Vierbeiner.

Denn auch die Gesundheit der Tiere spielt dabei eine Rolle. „15 Katzen sind das Maximum pro Raum. Sonst werden sie zu sehr gestresst und Krankheiten können ausbrechen.“, erläutert der Mitarbeiter des Tierheims Toni Zabel.

60 Tiere waren bisher die Grenze, momentan befinden sich jedoch 70 in der Obhut des Tierheims. Mehr geht nicht. Das Tierheim hat deshalb sogar eine Warteliste für Katzen eingerichtet. Momentan werden lediglich schwer verletzte Tiere vor Ort von einem Tierarzt behandelt.

„Es gibt etwa 10 000 Katzen in der Region“, erklärt Toni Zabel. Und es werden immer mehr. Denn Weibchen können bis zu zweimal im Jahr trächtig werden und somit bis zu acht Jungtiere pro Jahr auf die Welt bringen. „So kann es passieren, dass wir alle diese Jungtiere hier aufnehmen müssen“, sagt von Alpen.

Er fordert deshalb, dass Katzenbesitzer ihre Tiere sterilisieren und mit Mikrochips kennzeichnen lassen. Dies ermögliche den Findern von entlaufenen und ausgesetzten Katzen schnell das Herrchen zu identifizieren und die Ausreißer zurück zu bringen. Der Vorteil: Viele von ihnen müssten dann gar nicht erst für längere Zeit ins Tierheim.

Adoption verkürzt Warteliste

Solange die Warteliste besteht, liegt die beste Möglichkeit neuen Tieren einen Aufenthalt im Tierheim zu verschaffen darin, einen bereits dort lebenden Vierbeiner zu adoptieren. Durch eine Adoption wird ein Platz in der Katzenwelt frei, der durch eine Katze aus der Warteschlange aufgefüllt werden kann.

Doch nicht nur für Katzen wird es im Tierheim eng: Auch für Kampfhunde wurde ein Aufnahmestopp verhängt. Diese Tiere können nicht vermittelt werden bleiben deshalb dauerhaft im Tierheim. Derzeit sind fünf Kampfhunde dort untergebracht, was auch finanziell eine Belastung für das Heim darstellt. Die daraus resultierenden Kosten und der knappe Platz führen dazu, dass auch keine weiteren Kampfhunde im Tierheim aufgenommen werden.

Mitarbeiter ausgelastet

Eine Entlastung ist vorerst nicht in Sicht. Im Gegenteil: Fast täglich gehen Anrufe von Findern ein, die weitere Tiere im Tierheim unterbringen möchten. Aber die Arche ist voll.

Von Philip Streck

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