Jugend aus fünf Ländern erarbeitet Skizzen zum Thema „Europa in 40 Jahren“

Kartoffelsalat und „Tooor“

Jugendforum: Hanna Nöding, Carolin Bartz (1. u. 2. v. l.) sowie Susann Reding und Kim Zier (3. u. 4. v. l., hinten) warten auf ihren Einsatz: Katja Heiser gibt letzte Anweisungen. Foto: Schmidl

bad hersfeld. Die fünfzig Teilnehmer des internationalen Jugendforums Europolis 2050 trafen sich zum ersten Mal alle gemeinsam, um zu erarbeiten, wo sie Europa in 40 Jahren sehen. Sie kommen aus fünf europäischen Ländern. Sprachprobleme gibt es kaum, denn die Deutschen, Engländer, Israelis, Kroaten und Finnen kommunizieren auf Englisch. Nur den heimischen Teilnehmern fällt es gegenüber den Gästen mit Auslandserfahrung und Theaterhintergrund schwerer, in englischer Sprache zu improvisieren oder sich im szenischen Spiel mit spontanen Gesten auszudrücken.

Susann Reding und Kim Zier wurden als Auszubildende der Firma Kali & Salz ebenso wie ihre beiden männlichen Kollegen nach einem Casting ausgewählt, im Rahmen von Europolis 2050 am „Haus Europa“ mitzubauen. Hanna Nöding und Carolin Bartz von der Gesamtschule Obersberg wurden über die Theater-AG ihrer Schule auf das Jugendforum aufmerksam.

Zehn Tage Programm

Zehn Tage lang volles Programm gilt es zu bewältigen. Drei bunt gemischte Gruppen treffen sich täglich zu Workshops, die von der künstlerischen Leiterin Katja Heiser und den Gruppenleitern Nikolaus Kinsky aus Österreich und Jori Pitkänen aus Finnland geleitet werden. Katja Heiser ist als Theaterpädagogin, Regisseurin und Musikerin tätig, vor allem in Projekten mit Jugendlichen zu Themen wie Zukunft, Utopien, Verantwortung und der Suche nach dem wahren Leben.

Jetzt trafen sich erstmals alle Teilnehmer in der sonnendurchfluteten Schilde-Halle, um die bisher erarbeiteten Ergebnisse zu zeigen. Gesangsübungen, Tanzschritte, Gitarrenspiel, rhythmisches Trommeln, Gespräche untereinander, das Knipsen von unzähligen Erinnerungsfotos und konzentriertes Einüben des Textes harmonierten dabei auf sonderbare Weise und bildeten eine Einheit wie die wie zufällig wirkenden Begegnungen in dem riesigen Raum, die allerdings schon die erste der szenischen Skizzen ist.

Es folgte ein Einblick in den Tagesablauf einer deutschen Durchschnittsfamilie, der jedes Klischee bedient. „Kartoffelsalat und Tooor“ freut sich der Vater vor dem Fernsehen über doppelten Genuss am Abend. Weitere Einblicke machen neugierig auf die europäischen Nachbarn.

Termin: Wer sich von der Begeisterung für Europa anstecken lassen will, hat bei einer Matinee am Sonntag, 20. Juni, ab 11 Uhr Gelegenheit dazu.

Von Gudrun Schmidl

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