Manipulation von Geldautomaten im Landkreis: Nur wenige Fälle

Karten-Kriminalität: Banken gut gerüstet

Hersfeld-Rotenburg. Bankkunden im Landkreis brauchen sich keine großen Sorgen um Karten-Kriminalität machen. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest Polizei, Sparkasse und VR-Bank in Hersfeld-Rotenburg. In den vergangenen drei Jahren hat es nur zwei Fälle gegeben, in denen Geldautomaten manipuliert und ausgespäht wurden – sogenanntes Skimming.

In vielen Landkreisen ist das hingegen ein großes Problem, wie Wolfgang Kurth von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg bestätigt. Im vergangenen Jahr sind mit 55 000 deutschlandweit 20 Prozent mehr Geräte manipuliert worden, berichtet auch das Bundeskriminalamt.

In den meisten Fällen läuft der Betrug so ab wie in einer Bad Hersfelder Privatbank 2009: Die Täter montieren ein Gerät vor den Kartenschlitz des Geldautomaten und können anschließend Kontodaten aus den EC-Karten auslesen. Außerdem bringen sie eine Kamera über der Tastatur an. Diese filmt den Kunden beim Eingeben der Geheimzahl. Mit den Informationen können Kriminelle dann widerrechtlich Geld abheben.

Die Banken und die Hersteller der Geldautomaten versuchen permanent, Missbrauch zu verhindern. Die VR-Bank setzt etwa auf „Jittering“, dabei werden EC-Karten rüttelnd eingezogen. „Wir rüsten außerdem die Geldautomaten regelmäßig auf und kontrollieren, ob die manipuliert wurden“, sagt Gunther Hilmes, Leiter der Organisationsabteilung bei der VR-Bank. Eine weitere Schwachstelle hat die Sparkasse beseitigt, wie Wolfgang Kurth sagt: Zum Türöffnen an SB-Filialen sei keine Karte mehr nötig.

Beide Bankenvertreter räumen jedoch ein: Die Täter sind naturgemäß immer einen Schritt voraus. Dennoch werten es die Bankvertreter als Erfolg, dass sie bisher verschont blieben. Und: Wird der Kunde Opfer, versprechen Sparkasse und VR-Bank im Landkreis den Schaden zu ersetzen. HINTERGRUND/ZUM TAGE

Von Philipp David Pries

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