Anrührendes Theaterstück ab heute wieder in der Martinskirche – Es gibt noch Tickets

Karten für Anne Frank

Maddalena Noemi Hirschal spielt auch in diesem Jahr die Titelrolle in „Das Tagebuch der Anne Frank“. Das Stück wird heute Abend in der Martinskirche in Bad Hersfeld wieder aufgenommen. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. Am 12. Juni 2014 wäre Anne Frank 85 Jahre alt geworden. Und am heutigen 12. Juni 2014, am Tag vor der offiziellen Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele, wird das „Tagebuch der Anne Frank“ wieder aufgenommen. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr in der Martinskirche.

Die Nachfrage nach Karten war so hoch, dass alle Vorstellungen in der Martinskirche in Bad Hersfeld schnell ausverkauft waren, teilt das künstlerische Büro der Festspiele mit. Da das Interesse nicht abreißt, wird nun die Sitzordnung leicht verändert, um weitere Plätze anbieten zu können. Ab sofort sind noch einmal Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.

Metallkonstruktion

Maddalena Noemi Hirschal, die in diesem Sommer auch Hanna Kennedy in Holk Freytags Inszenierung der „Maria Stuart“ in der Stiftsruine darstellt, spielt das Mädchen Anne Frank. Auf der Bühne steht eine Metallkonstruktion, Grundfläche etwa neun Quadratmeter, zwei Etagen hoch, die Ebenen durch schmale Stiegen verbunden. Die Stockwerke gerade so hoch, dass die Schauspielerin stehen kann.

Zu Beginn der Inszenierung von Holk Freytag liegt sie auf dem Dach der Konstruktion. Ihr Tagebuch, mit dem sie spricht, beginnt an ihrem 13. Geburtstag, kurz bevor die Familie Anfang Juli 1942 untertauchen muss und sich in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. 1944 wird das Versteck an die Nationalsozialisten verraten. Anne Frank stirbt 1945 kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

„Alle warten. Die Juden warten, die Christen warten, der ganze Erdball wartet, und viele warten auf ihren Tod“, schreibt sie – und ihre Aufzeichnungen sind erschütternde Dokumente der Geschichte. „Unsere jüdischen Bekannten werden gleich gruppenweise festgenommen. Die Gestapo geht nicht im Geringsten zart mit diesen Menschen um. Sie werden in Viehwägen nach Westerbork gebracht, dem großen Judenlager in Drente. Es muss dort schrecklich sein. ... Der englische Sender spricht von Vergasungen, vielleicht ist das noch die schnellste Methode zu sterben. Ich bin völlig durcheinander.“

Das 1986 veröffentlichte gesamte Tagebuch der hochbegabten Anne Frank ist die Grundlage für die Inszenierung, die auch sehr persönliche Seiten zeigt: „Als ich gestern bei Peter war, kamen wir, ich weiß wirklich nicht mehr wie, auf das Thema Sexualität.“

„Das Tagebuch der Anne Frank“ steht in besonders engem Zusammenhang zum Motto „Macht und Menschlichkeit“ der 64. Bad Hersfelder Festspiele.

Weitere Termine sind am 15., 22., 28. Juni, am 5., 12., 18., 23., und 29. Juli sowie am 1. August. (red/zac)

Kommentare