Kubanische Artisten des Circus Probst begeisterten mit Höchstleistungen

Karibikflair in der Manege

Sein kubanisches Temperament brachte das Artistenensemble des Staatszirkus von der Sonneninsel zum Ausdruck. Das Publikum war begeistert von den bunten Kostümen, der tollen Musik und den circensischen Höchstleistungen. Fotos: Vera Hettenhausen

bad hersfeld. Mit sensationellen Leistungen von Mensch und Tier verblüffte der Circus Probst von Samstag bis Montag auf dem Festplatz am Hallenbad sein Publikum. Mit 43 Großtransportern, rund 80 Mitarbeitern, mehr als 90 Tieren und kubanischen Spitzenartisten war der Zirkus angereist, um im 1200 Zuschauern Platz bietenden Kuppelzelt das zu zeigen, was „Zirkus“ bedeutet: „Kultur pur“.

So heißt auch das Programm, das einerseits klassische Zirkustraditionen aufleben lässt, andererseits mit jugendlichem Elan und einer international bestückten Manegenshow sich zeitgerecht präsentiert. Zum ersten Mal sind in Deutschland die Künstler des kubanischen Staatszirkus Circuba dabei.

Kinder wichtigste Kritiker

Wer sich heutzutage behaupten will, muss „unter den Guten einer der Besten sein, und das sind wir“, behauptete stolz Direktor Reinhard Probst, der das Programm mit Live-Musik eines Orchesters moderierte. Das Publikum konnte sich in zweieinhalb Stunden davon überzeugen. „Kinder sind unsere wichtigsten Kritiker“, sagte Geschäftsführer Laurens Thoen. Diese hatten sich erst einmal mit Popcorn und Zuckerwatte versorgt und erwarteten gespannt das Kommende. Was folgte, war so atemberaubend, dass die meisten ihr Popcorn vergaßen und mit offenen Mündern staunten. Gleich zu Beginn zeigte die 23-jährige Stephanie Probst ein tollkühnes Reiterbild: „Die ungarische Post“, ein auf zwei Pferden stehender Ritt.

In bezaubernden Kostümen kamen danach die karibischen Artisten in die Manege und entfachten ein temperamentvolles Feuerwerk. Waghalsige Sprünge und Salti auf dem Schleuderbrett, fröhliche Bodenakrobatik mit übergroßen Springseilen, perfekte Körperbeherrschung am „russischen Barren“ und die erstaunliche Begabung des Jongleurs Daikel, rasend schnell Bälle, Keulen und Reifen zu manipulieren, ließen die Zuschaueraugen glänzen.

Mit viel Klamauk und noch mehr Können trieb Clown Lolli (Sonja Probst) ihren Schabernack mit dem Publikum. Von brillanter Komik war die Show von Jim Bim. Als „Betrunkener“ vollbrachte er auf seinem Trampolin scheinbar unfreiwillig akrobatische Höchstleistungen. Ein zoologisches Potpourri präsentierte der Chef: Ungarische Steppenrinder, afrikanische Wattussi-Rinder, Zebras, ein Yak aus Zentralasien, Kamel und Dromedare, südamerikanische Lamas, ein australischer Emu und zwei schwere Moritzburger Kaltblütler aus Sachsen. Eine Attraktion waren auch die fünf bengalischen Tiger, die Dieter Dittmann vorführte.

Am Ende der Vorstellung versank die Manege in einem geheimnisvollen, blauen Nebelschleier. Stolze Araberhengste erschienen wie aus dem Nichts und spielten verzückt miteinander wie in einer märchenhaften Traumwelt. Es war alles in allem traumhaft schön. Das war auch das Urteil der kleinen Kritiker.

Von Vera Hettenhausen

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