Der kleine Benjamin aus Angola kehrt nach erfolgreicher Behandlung in seine Heimat zurück

Er kann wieder klettern

Heute klettert Benjamin aus Angola ganz ohne Hilfe. Darüber freuen sich von links: Dr. Rüdiger Volkmann, Dr. Ghiath Shamdeen, und Heino Stange vom Vorstand der „MediKids“. Fotos:  Manns

Bad Hersfeld. Nach mehr als acht Monaten zur stationären Behandlung in der Kinderstation des Bad Hersfelder Klinikums und mehreren Operationen kann der kleine Benjamin aus Angola als geheilt wieder in sein Heimatland entlassen werden. Das berichtete der sichtlich zufriedene Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Dr. Ghiath Shamdeen. Benjamin war vom 11. Mai 2012 bis 21. Dezember 2012 und vom 1. März bis heute, zur stationären Behandlung dort untergebracht.

Auch der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. med. Rüdiger Volkmann ist mit dem Heilungsprozess sehr zufrieden.

Nach Aussage von Dr. Volkmann litt Benjamin unter einer sogenannten infektiösen Knocheneiterung, im Fachausdruck auch hämatogene Osteomyelitis genannt. Der Schienbeinknochen musste wegen der eitrigen Infektion entfernt werden. Mit mehreren Operationen konnte das Bein mit Hilfe eines Schraubgestells stabilisiert werden und der Schienbeinknochen bildete sich wieder neu aus. Lediglich am unteren Ende des Schienbeins ist noch keine richtige stabile Verbindung zum Fußknochen, dort wurde eine Metallplatte eingesetzt. Dr. Volkmann hatte vom ersten Behandlungstag an alles fotografisch festgehalten und dokumentiert.

„Wenn der Heilungsprozess nicht so gut verlaufen wäre, dann hätten wir das Bein am Ende des Oberschenkels amputieren müssen. Zu allem Unglück hatte Benjamin bei seiner Einlieferung auch noch Malaria. Wir haben aber alles, was aus medizinischer Sicht möglich war getan, und waren damit erfolgreich, sagte Dr. Rüdiger Volkmann und darauf können wir stolz sein“. Über diesen medizinischen Erfolg freuen sich auch die Teams der Unfallchirurgie und der Kinderklinik.

Jetzt kann Benjamin wieder ohne Hilfe laufen. Zwar humpelt er noch etwas dabei, aber das dürfte mit der Zeit auch nachlassen und sich normalisieren.

Nach einer letzten Abschlussuntersuchung wird Benjamin zurück in das Friedensdorf nach Oberhausen gebracht und von dort geht er auf die Reise zurück in seine Heimat nach Angola. Die Reisekosten übernimmt das Friedensdorf, den Klinikaufenthalt und die Operations- und Behandlungskosten trägt das Klinikum. Die Behandlung durch die Ärzte erfolgte gratis.

Alle Kosten die zur Genesung von Benjamin erforderlich waren, wurden vom Förderverein der Klinik für Kinder und Jugendmedizin des Klinikum Bad Hersfeld e.V. „MediKids“ übernommen.

Von Gerhard Manns

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