Heimische Stadtwerke zur Kampfansage kommunaler Versorger an die Konzerne

„Kann nur dienlich sein“

Peter Sobisch

Hersfeld-Rotenburg. Direkt betroffen sind sie (noch) nicht, doch die neue Konkurrenz für die großen Konzerne durch den Zusammenschluss kommunaler Energieversorger wird auch bei den Stadtwerken im Landkreis Hersfeld-Rotenburg positiv gesehen.

„Das kann nur dienlich sein“, kommentierte Peter Sobisch, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, das gemeinsame Vorgehen von acht Großstadt-Versorgern, die unter dem Namen „8KU“ gemeinsame Sache machen und künftig den Energieriesen wie RWE, Eon oder Vattenfall die Stirn bieten wollen.

So hat die neue Allianz, der unter anderem die Stadtwerke in München, Frankfurt, Hannover, Mannheim und Köln angehören, umfangreiche Investitionen in die Stromerzeugung angekündigt (unsere Zeitung berichtete). In Presseberichten war von zehn Milliarden Euro die Rede, mit denen in zehn Jahren zehn Gigawatt Kraftwerksleistung gebaut werden sollen.

„Für die Kunden wäre das von Vorteil, weil der Markt dann in Bewegung gerät,“ sagte Sobisch. Für das Hersfelder Versorgungsunternehmen sieht er allerdings „im Moment keinen Handlungsbedarf.“ Durch die Beteiligung der Münchener Thüga AG, die 25,1 Prozent der Anteile hält, sei man „gut aufgestellt“.

Bei den Bebraer Stadtwerken ist 8KU ebenfalls „noch kein Thema.“ Prokuristin Heike Diebel siedelt das Vorgehen der Kollegen in den großen Städten „in anderen Dimensionen“ an. Gleichwohl verkennt sie nicht, dass auch die kleineren Stadtwerke aus der Rolle des reinen Verteilers durch die erneuerbaren Energien zunehmend auch in den Part eines Erzeugers wechseln.

Bei ihren Kollegen in Bad Hersfeld wird das mit Wasserkraft und Photovoltaik in bescheidenem Maße bereits betrieben. Nach dem jüngsten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird wohl in absehbarer Zeit auch die im Stadtgebiet erzeugte Windkraft hinzukommen.

„Damit wollen wir uns regional stärken, aber unser Handeln ist eher ortsbezogen,“ sagt Peter Sobisch. Über eines macht sich Sobisch jedoch keine Illusionen: „Am Ende ist alleine der Preis entscheidend. Der muss stimmen.“

Von Karl Schönholtz

Kommentare