Gesangverein Kalkobes feiert am Wochenende 100. Geburtstag

Kaninchenzüchter wurden eifrige Sänger

Der Gesangverein Kalkobes, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, ist regelmäßiger Gast in der Matthäuskirche. Foto:  privat

Kalkobes. Mit einem Festkommers feiert der Gesamgverein Kalkobes am kommenden Samstag, 29. Mai, sein 100-jähriges Jubiläum. Gegründet wurde er als Männergesangverein am 8. Januar 1910. Damals wurde, so berichtet es die Chronik, der Kaninchenzuchtverein in einen Männergesangverein umgewandelt.

Begeisterung für den Gesang ersetzte den vorerst noch fehlenden Kassenstand. Die Sänger finanzierten nicht nur ihre Gesangbücher vor, sondern spendeten eifrig, um eine Vereinsfahne zum stolzen Preis von 400 Mark zu beschaffen. Bereits am 12. Juni 1910 beging man das erste Stiftungsfest, verbunden mit der Fahnenweihe. Von den Festen in der Umgebung waren die Kalkobeser Sänger fortan nicht mehr wegzudenken.

Mit dem Ersten Weltkrieg wurde der Aufschwung jäh unterbrochen. 33 Sänger wurden eingezogen, zwei kehrten nicht zurück.

Als Glücksfall erwies sich, dass 1927 Lehrer Philipp Stang aus Niederaula als neuer musikalischer Leiter des Chores verpflichtet werden konnte. Zahlreiche Zeitungsartikel belegen die Leistungsstärke in jener Zeit. Höhepunkt war am 3. Mai 1936 die Rundfunkübertragung eines Chorkonzertes.

Während des Zweiten Weltkriegs versuchten die Sänger, ihre Proben weiter durchzuziehen, bis es ab 1941 nicht mehr ging. Der Krieg forderte aus den Reihen der Sänger neun Todesopfer und vier Vermisste.

1948 wurde die Arbeit am deutschen Lied wieder aufgenommen, und der Chor war wieder öffentlich präsent. Philipp Stang leitete den Männergesangverein bis kurz vor seinem Tod 1967. Neue musikalische Akzente setzte sehr erfolgreich bis 1994 Georg Heußner. Er erkannte auch, dass das Problem der Überalterung nur durch eine Öffnung des Chores zu lösen war. Seit April 1987 ist der Chor ein gemischter. Zurzeit hat er 37 Mitglieder, 24 Frauen und 13 Männer. Chorleiterin ist seit fünf Jahren Irina Winter.

Von Christine Zacharias

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