Ein kurzes Telefongespräch mit Intendant Holk Freytag am Morgen nach der Entlassung

„Kampflos gehe ich nicht“

Feuer unterm Dach: Mit der fristlosen Kündigung hat Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling (links) den letzten Akt im Festspiel-Streit mit Intendant Holk Freytag eingeläutet. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Am Morgen danach klingt Noch-Festspiel-Intendant Holk Freytag müde und erschöpft. Die Nacht war wohl kurz, zerquält mit Gedanken. „Ich werde mich jetzt zunächst mit meinem Anwalt beraten“, sagt Holk Freytag. Er müsse auch in Ruhe nachdenken. „Aber kampflos gehe ich sicher nicht.“

Dann bricht der Zorn, die Empörung und auch die Verletztheit nach dem Hickhack der letzten Tage aus ihm heraus: „Der Bürgermeister hat mir in den letzten Wochen und Monaten das Leben schwer gemacht und mir viel überflüssige Arbeit mit dieser Auseinandersetzung gemacht“, schimpft Freytag. Nur mit Mühe habe er ob der durch Fehling und das Rathaus verursachten Verzögerungen eine pünktliche Festspieleröffnung hinbekommen. „Jetzt ist das Chaos groß“, sagt Freytag mit Blick auf die kommende Spielzeit.

Natürlich habe er bereits Vorgespräche mit Regisseuren und Schauspielern geführt, obwohl er selbstverständlich noch keine Verträge abgeschlossen habe. Gleichwohl müsse er als verantwortungsvoller Intendant natürlich vorausschauend handeln. „Wenn ich das nicht getan hätte, hätte ich fahrlässig gehandelt und müsste dafür dann zurecht entlassen werden.“

Und wie geht es nun weiter? Holk Freytag seufzt. Er wird wohl zunächst nach Hause an den Niederrhein fahren. Abstand gewinnen, um den Kopf frei zu bekommen. Über die Zukunft der Festspiele, einen etwaigen Nachfolger oder ob die Regisseure und Schauspieler auch unter einer anderen Leitung zu den Absprachen stehen, die sie mit Freytag getroffen haben, sagt Freytag knapp. „Darüber will ich keine Mutmaßungen anstellen.“  

Von Kai A. Struthoff

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