Russischer Frauenchor Rjabinuschki gestaltet Masleniza-Fest im Interkulturellen Zentrum

Kampfansage an den Winter

Musikalisch: Die Sängerinnen des russischen Chors Rjabinuschki gestalteten das Masleniza-Fest im Interkulturellen Zentrum und führten mit ihrer Chorleiterin Nelly Neufeld vor, wie auch Waschbretter zu Instrumenten werden können. Fotos: Weber

Bad Hersfeld. Sibirische Kälte und Dauerschnee – wer sehnt sich da nicht nach dem Frühling und etwas Wärme? Das Interkulturelle Zentrum in Bad Hersfeld (IkuZ) hat dem Winter deswegen den Kampf angesagt.

Dazu hatte es zu einer Samstag-Extra-Veranstaltung geladen, die ganz dem Masleniza-Fest gewidmet war und von den Damen des russischen Chores Rjabinuschki bunt, lustig und stimmungsvoll gestaltet wurde.

Während in Deutschland überall die Jecken auf die Straße gehen, wird in Russland eine Woche vor der orthodoxen Fastenzeit das Masleniza-Fest (Maslo ist das russische Wort für Butter) gefeiert, in dem fröhlich der Winter vertrieben und die Fastenzeit eingeleitet wird, erklärte Chorleiterin Nelly Neufeld.

Strenger Wochenablauf

Dabei hat diese Woche einen strengen Ablauf, bei dem an jedem Tag etwas Besonderes gemacht wird. Alles hat dabei seine Symbolik. So bastelt man am Montag gemeinsam mit den Kindern eine Puppe aus Stroh, die so genannte Masleniza-Puppe, die den Winter repräsentiert. Am Mittwoch und Freitag isst man feierlich gemeinsam Bliny, die bekannten russischen Pfannkuchen, die rund, gelb und warm die Sonne darstellen sollen und mit deren Verzehr man sinnbildlich die Kraft der Sonnenstrahlen in sich aufnimmt.

An dem einen Tag lädt die Schwiegermutter den Schwiegersohn zum Essen ein, an dem anderen revanchiert sich dieser mit einer Gegeneinladung. Auch im IkuZ gab es daher Bliny vom Büfett, zwar ausnahmsweise an einem Samstag, doch deswegen lange nicht weniger schmackhaft. Mit verschiedenen Füllungen von süß mit Quark bis herzhaft mit Kraut oder Pilzen, begeisterten sie mit einem wahren Gaumenkitzel die über 80 Besucher, die sich im IkuZ zu dieser Veranstaltung eingefunden hatten.

Und auch wenn es schon in der Masleniza-Woche eigentlich nicht erlaubt ist, Fleisch zu essen, gab es draußen trotz Kälte mit köstlichem Schaschlik vom Grill noch eine weitere russische Spezialität.

Dass Masleniza ein ausgelassenes Fest ist, konnte man auch im IkuZ spüren. Neben dem Chor boten auch die verkleideten Kinder ihre gymnastischen Kunststücke dar, es wurden Instrumente erklärt und vorgeführt, die bei der Begleitung der Lieder gespielt wurden und zum Abschluss wurden für die zahlreichen Deutschen Gäste, die neben Teilnehmern aus vielen anderen Ländern ebenfalls interessiert teilgenommen hatten, auch ein paar deutsche Volkslieder angestimmt.

Krönender Abschluss

Der krönende Abschluss des bunten Festes folgte danach, als der Masleniza-Puppe, die die Frauen mitgebracht hatten, ordentlich eingeheizt wurde. Denn etwas vorgezogen – gewöhnlich ist dies der Brauch zum Sonntag – wurde diese an den Nordschulteichen verbrannt und damit symbolisch der Winter ausgetrieben.

Zu hoffen bleibt, dass es geholfen hat, denn Schnee gab es in diesem Jahr wohl mehr als genug.

Von Maja Weber

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