Bad Hersfelder Festspiele: Eröffnung heute Abend mit Schillers „Maria Stuart“

Kampf der Königinnen

Die Begegnung der beiden Königinnen Maria Stuart (Marie Therese Futterknecht, links) und Elisabeth (Gerit Kling) ist die zentrale Szene in Schillers Drama „Maria Stuart“. Historisch ist sie jedoch nicht belegt. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Mit Schillers Drama „Maria Stuart“ in der Inszenierung von Holk Freytag werden die Bad Hersfelder Festspiele heute Abend eröffnet.

Es geht um Mord und Verschwörung, Leidenschaft und Betrug, Stolz und Verzweiflung, Treue und Eifersucht – Maria Stuart ist ein Stück, das große Emotionen weckt. Die Titelheldin, Königin von Schottland, ist seit vielen Jahren schon Gefangene in England. Dorthin flüchtete sie, nachdem es in Schottland zu Unruhen gekommen war und bat um Schutz.

Anspruch auf den Thron

Elisabeth, Königin von England, sieht Maria jedoch als Bedrohung. Schließlich hat die katholische Königin mehrfach ihren Anspruch auf den englischen Thron zum Ausdruck gebracht. Da zudem Maria verdächtigt wird, den Auftrag zum Mord an ihrem zweiten Ehemann Lord Darnley gegeben zu haben, lässt Elisabeth Maria vor Gericht stellen und inhaftieren. Da zudem durch Marias Korrespondenz und Falschaussagen ihrer Schreiber der Verdacht besteht, Maria sei an einer Verschwörung gegen Elisabeth beteiligt, wird Maria zum Tode verurteilt.

Maria als souveräne Fürstin erkennt weder Gericht noch Urteil an. Sie betont, dass erstens England nicht über sie urteilen dürfe und zweitens nur ein Gremium von Gleichgestellten, also Königinnen. Ihr großer Wunsch ist deshalb ein persönliches Gespräch mit Elisabeth, das die jedoch nicht führen will.

Graf Leicester, Intrigant, Liebhaber Elisabeths und Bewunderer Marias, fädelt schließlich diese Begegnung ein, die jedoch nicht die von Maria erhoffte Wirkung hat. Elisabeth dokumentiert ihren Machtanspruch und zeigt keinerlei Milde, Maria wirft ihr den Makel ihrer illegitimen Geburt vor. Als schließlich ein Mordanschlag auf Elisabeth verübt wird, unterzeichnet diese nach langem Ringen das Todesurteil der Rivalin. Gleichzeitig läuft eine Verschwörung, um Maria zu befreien und vor dem Tod zu retten.

Neben der politischen Macht geht es in Schillers Drama auch um Eifersucht. Elisabeth ist neidisch, weil Maria ihren Gefühlen folgen und heiraten durfte und weil sie gemeinhin als attraktive Frau gilt. Texte unten

Von Christine Zacharias

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