Erster Anfänger-Kochkurs der VHS für junge Leute – In der Küche gilt das „Du“

Kampf mit dem Gemüse

Bad Hersfeld. „Ich kann nicht mal Gemüse schneiden“, gesteht eine Teilnehmerin, ein junger Mann sieht die fehlende Erfahrung am Herd eigentlich ganz pragmatisch: „Ich könnte einfach jeden Tag grillen.“ Auch er möchte aber trotzdem etwas dazulernen. Der erste Anfänger-Kochkurs der Volkshochschule (VHS) soll speziell junge Leute ansprechen, frei nach dem Motto: Weg von Mamas Töpfen und Pfannen.

Nicht mehr nur Tiefkühl-Pizza

Immerhin 15 junge Männer und Frauen haben sich in der Schulküche der Gesamtschule am Obersberg eingefunden. Dabei sind längst nicht alle Teilnehmer blutige Anfänger in der Küche. „Mein Mann isst gerne und viel, ich suche nach neuen Rezeptideen“, erklärt eine Teilnehmerin, deren Auszug bei den Eltern offenbar schon ein paar Jährchen her ist. Damit hat sie so Manchem doch einiges voraus. Nicht mehr nur „Pizza in den Ofen schieben“ will der Großteil der Kursteilnehmer.

Angeleitet wird die Truppe von Ulrike Prause, kurz: „Uli“. Das ist eine der ersten Lektionen: Beim Kochen herrscht das „Küchen-Du“. Nach ein paar kurzen Hinweisen, etwa auf die kulturelle Bedeutung des Kochens, wird es schnell ernst. Während einige ruckzuck das richtige Werkzeug und die richtigen Zutaten zur Hand haben, sind andere schon angesichts der langen Liste an Gewürzen und Co. abgeschreckt.

In vier Gruppen wird an mit Töpfen, Schüsseln und den sonstigen nötigen Hilfsmitteln ausgestatteten „Kochkojen“ geschnippelt, gebraten und diskutiert. „Was ist denn hier alles Haut?“, erkundigt sich ein junger Mann bei „Uli“ Prause nach der korrekten Schälweise einer Zwiebel. Nebenan fragen sich die unbedarften Köche beim Anbraten von Knoblauch und Zwiebeln „Wie braun ist denn braun?“.

Jede Gruppe soll zwei Rezepte umsetzen, diese reichen von Gnocchi-Salat über Nudelauflauf und Ratatouille mit Filetstreifen bis hin zu scharfen Frikadellen mit Zaziki und Tiramisu.

Ein gutes Team am Herd sind offenbar Thilo Weimar und Oliver Jacob. Die beiden Freunde haben sich gemeinsam angemeldet – dass so ein Kochkurs ja gemeinhin auch als Singlebörse gilt, sei aber nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen – und haben nun die Aufgabe, die Frikadellen mit Zaziki zu machen. Dabei ist durchaus etwas Feinarbeit gefragt. Eine Gurke muss geschält und längs halbiert, die Kerne müssen mit einem Löffel herausgekratzt, die Gurke nochmals durchgeschnitten und fein gehobelt werden.

Ein, zwei Frikadellen sind schließlich etwas zu schwarz geworden, aber der Rest ist offenbar genießbar. „Respekt: Die sind gut durch!“, schallt es herüber. Ein breites Grinsen huscht über Thilo Weimars Gesicht angesichts dieses Lobs.

„Wenn man ein bisschen was kann und ausprobiert, klappt das irgendwann“, ist sich Ulrike Prause sicher, dass eigentlich jeder kochen kann. Ein Tipp für das Kochen nach Rezept: Die Anleitung immer aufmerksam und vor allem komplett durchlesen, bevor es losgeht. Die von Prause zusammengestellte Rezeptesammlung dürfen die Kursteilnehmer mit nach Hause nehmen.

Oliver Jacobs Fazit ist etwas zurückhaltend, aber positiv: „Es hat schon Spaß gemacht, und man ist motiviert, jetzt auch zu Hause mal was anderes zu machen.“ Zumindest Frikadellen und Zaziki dürften demnächst gut gelingen.

Von Nadine Maaz

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