Heute in der Stiftsruine: Die Premiere des Familienstücks „Die Brüder Löwenherz“

Im Kampf gegen das Böse

Kopf hoch: Jonathan Löwe (Stefan Faupel, links) tröstet seinen jüngeren Bruder (Johannes Hendrik Langer) mit der Geschichte von Nangijala, dem Paradies nach dem Tod. Karl ist krank, muss im Bett bleiben und hat Angst davor zu sterben Foto: Hans-Heinrich Hartmann

Bad Hersfeld. Premiere für das Familienstück „Die Brüder Löwenherz“: Das Berliner Theater an der Parkaue zeigt die Produktion nach Vorlage der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren ab heute (10 Uhr) auch in Bad Hersfeld.

Geeignet ist die Abenteuergeschichte, in deren Mitte die Brüder Karl und Jonathan Löwe stehen, für Kinder ab acht Jahren: Karl ist krank. Er muss im Bett bleiben und glaubt, dass er sterben wird. Sein älterer Bruder tröstet ihn mit Erzählungen von Nangijala, dem Paradies, das nach dem Tod auf die Beiden wartet.

Doch dann kommt Jonathan zuerst in Nangijala an, weil er seinen Bruder aus einem Brand rettet. Auch Karl erscheint kurze Zeit später in Nangijala, die beiden Brüder feiern ihr Wiedersehen im Paradies des Kirschtals. Schnell aber merken sie, dass die Idylle trügt: Ein Tyrann mit dem Namen Tengil herrscht über das benachbarte Heckenrosental und möchte auch die Bewohner des Kirschtals unterwerfen.

Er droht den Bewohnern des Tals, sie dem Ungeheuer Katla zum Fraß vorzuwerfen. Diese beschließen, Nangijala vom Bösen befreien. Doch ein Verräter in den eigenen Reihen verhindert den Aufstand gegen Tengil. Die Brüder Löwenherz ziehen in den Kampf gegen das Unrecht. Dabei ist es Karl, der den Verräter enttarnt.

Es kommt zum großen Gefecht, aus dem die Löwenherz-Brüder als Sieger hervorgehen. Für Regisseur Kay Wuschek greift das Stück zentrale Fragen und Ängste auf, die sich Kinder auf dem Weg zum Erwachsenwerden stellen: „Was ist, wenn ich alleine gelassen werde? Wie gehe ich damit um, angelogen zu werden? Und wie verhalte ich mich, wenn ich Angst habe?“

Für die Schauspieler seien Kinder ein besonders anspruchsvolles Publikum: „Bei jeder Vorstellung entsteht eine andere Atmosphäre. Voraussehen kann man die Reaktionen des jungen Publikums nie.“

Tod gehört zum Leben dazu

Aber darf man schon Kinder mit dem Thema Tod konfrontieren? Karola Marsch hat als Theaterpädagogin die Inszenierung begleitet: „Der Tod gehört zum Leben dazu und passt daher sehr wohl auf die Theaterbühne. Bei den Brüder Löwenenherz liegt der Fokus außerdem nicht auf dem Tod, der bildet nur den Einstieg ins große Abenteuer“, erklärt sie.

Mit welchem Gedanken die jungen Zuschauer aus dem Stück gehen sollen? „Das will ich nochmal sehen“, antwortet Wuschek und lacht. Vorstellungen: 24./25./26./29./30. Juni, 1./2. Juli

Von Sonja Broy

Kommentare