Ab Juni 2010 wird Kapselendoskopie im diagnostisch-medizinischen Zentrum eingesetzt

Kamera durch den Körper

Bieten ab Juni eine Patienten schonende Untersuchungsmethode des Dünndarmes an: Werner Kubetzko und sein Praxisteam.

Bad Hersfeld. Eine moderne und Patienten schonende Methode der Dünndarm-Enteroskopie setzt das Diagnostisch-medizinische Zentrum (DMZ) in Bad Hersfeld ab Juni 2010 ein. Für die gastroenterologisch tätigen Ärzte war es bislang schwierig, gezielte Untersuchungen am Dünndarm vorzunehmen. Diese diagnostische Lücke wird nun durch den Einsatz der Kapselendoskopie geschlossen.

Kapsel schlucken

Das neue Untersuchungssystem setzt sich aus der Videokapsel, einem Datenrecorder sowie einer Arbeitsstation mit entsprechender Software zur Bildanalyse und -auswertung zusammen. Die 2,7 mal 11 Millimeter große und 3,2 Gramm schwere Kapsel enthält einen Lichtgeber, eine Mikrokamera und einen Sender. Nachdem der Patient die Kapsel geschluckt hat, wird sie durch die natürlichen Darmbewegungen durch den Dünndarm befördert. Auf diesem Weg sendet die Kapsel etwa 50 000 Bilder an den Datenrecorder, den der Patient an einem Gürtel um die Hüfte trägt.

Bis zum kompletten Ausscheiden verbleibt die Kapsel acht bis zwölf Stunden im Körper. Nach etwa acht Stunden nimmt der Arzt den Datenrekorder ab und lädt die vorhandenen Bilder als Videofilm auf seine Arbeitsstation und wertet sie aus.

Pro Patient erfordert die Bildbeurteilung einen zeitlichen Aufwand von zwei bis drei Stunden. Der Einsatz dieser innovativen Methode wird bereits in einigen großen Kliniken, zum Beispiel im Münchener Klinikum Großhadern oder dem Helios Klinikum Aue erfolgreich praktiziert. Die Kapselendoskopie wird vor allem bei verschiedenen Krankheiten des Dünndarms, zum Beispiel Verdacht auf Dünndarmblutung, auf Morbus Crohn des Dünndarms, bei chronischen Durchfällen und Bauchschmerzen ohne andere Ursache sowie weiteren seltenen Krankheiten (Polyposis-Syndrom) eingesetzt.

Verfahren ist genauer

Die Kapselendoskopie ist gegenüber anderen bisher zur Verfügung stehenden Untersuchungsverfahren in ihrer Genauigkeit überlegen.

Aufgrund ihrer komplikationsarmen und Körper schonenden Untersuchungstechnik werden langfristige Krankenhausaufenthalte vermieden. „Der Einsatz der Endoskopiekapsel ist für den Patienten völlig schmerzfrei und verursacht praktisch keine Nebenwirkungen“, erklärt Werner Kubetzko, der Leiter der internistisch-gastroenterologischen Praxis im DMZ. „Es ist eine sehr gute Ergänzung zur Magen- und Darmspiegelung, jedoch kein Ersatz für diese bewährten Untersuchungstechniken“.

Während des Einsatzes der Kapsel behält der Patient seine komplette Mobilität, das heißt, er kann seinen gewohnten Alltagsbeschäftigungen nachgehen. Im 2009 gegründeten Diagnostisch-medizinischen Zentrum in Bad Hersfeld haben sich die in Bad Hersfeld alteingesessenen Ärzte Dr. med. Horst Kretzschmar, Werner Kubetzko und Medical Doctor Nazir Sultan zusammengeschlossen. Das medizinische Spektrum umfasst die Fachrichtungen Gastroenterologie, Neurologie und Psychiatrie, sowie Kardiologie und Angiologie.

Kontakt: Diagnostisch-medizinisches Zentrum, Tel.: 06621 510910,

www.dmz-badhersfeld.de

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