Im Kali-Land wird’s rutschig

Ausgestreut: Hausmeister Uwe Beisheim wartet auf Lieferung.

Der Leiter des Bauhofs in Breitenbach am Herzberg, Holger Noll, versichert, dass der Winterdienst in der Gemeinde den Umständen entsprechend gut funktioniert. Geräumt werde schon ab 4.30 Uhr und auch Nebenstraßen würden bedient.

Salz hingegen streuen die Gemeindearbeiter nur an Hauptverkehrsknoten und der Schule, denn es gibt derzeit Lieferengpässe für das kostbare Streugut.

Für diese Woche wurde Salz bestellt, ob die Lieferung kommt, ist jedoch noch unklar. „Wir haben alles abgeklappert, um an Salz zu kommen, es ist nicht einfach“, so Noll.“

Rotenburgs Bürgermeister Manfred Fehr hofft auf eine Lieferung von 26 Tonnen neuen Streusalzes, momentan sind noch um die 36 vorhanden. „Das reicht etwa drei Tage, wenn wir alles streuen“, erklärt er. Alle Wege räumen könne man aber schon oft deshalb nicht, weil die Räumfahrzeuge nicht alle Straßen passieren können.

Gerd Meier vom Bauhof Bebra berichtet, dass derzeit nur noch etwa 20 Tonnen Streusalz zur Verfügung stehen. In Baumärkten sei kein Salz mehr zu kriegen. Die meisten Straßen würden geschoben, Probleme gebe es jetzt in Kreuzungsbereichen, wo sich Eis bilde.

„Wir hoffen, dass über Weihnachten das Tauwetter einsetzt, sonst wird es kompliziert“, so Meier weiter.

Cornberg glänzt

Allein in Cornberg gibt es laut Michael Schneider vom Bauhof keine Probleme. Vor Wintereinbruch sei gut vorgesorgt worden. „Wir haben nicht solche Schwierigkeiten, wie man derzeit in den Medien liest“, so Schneider.

Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach erzählt, dass die Marktgemeinde zu Winterbeginn noch ein prall gefülltes Salzsilo besaß. Doch jetzt sieht die Lage schon etwas anders aus.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so Rohrbach, „aber mit einem so frühen Winter hat keiner gerechnet. Wir haben anderen Kommunen auch bereits mit etwas Salz ausgeholfen, aber jetzt müssen wir an uns denken.“

Der Winterdienst wurde bereits eingeschränkt, Straßen nach Wichtigkeit für die Räumung festgelegt. So werden manche Straßen nur bei Eis und starkem Schneefall geräumt. Entsprechend gebe es auch Beschwerden aus der Bevölkerung. „Die Menschen wollen, dass geräumt wird. Wenn wir dieser Bitte nachkommen, folgen wiederum Beschwerden, dass die privat geräumten Gehwege voll Schnee geschippt werden. Man macht es eigentlich nie richtig“, bedauert Rohrbach.

„Auch in unserer Kali-Gemeinde ist das Streusalz knapp“, ergänzt Hartmut Fack vom Bauhof der Gemeinde Philippsthal. Gestreut werden daher nur noch Steilstrecken und Gefahrenzonen, übrige Wege werden geräumt.

Kommunen hinten

„Das Problem liegt darin, dass wir Salz beim Deutschen Straßendienst bestellen, und der beliefert nach einer Rangliste, auf der die Kommunen recht weit hinten stehen und ggf. zurückstecken müssen“, erklärt Fack.

Auch er merkt an, dass es eine Unsitte sei, Schnee vom Privatgrundstück auf Gemeindewege zu schieben, sodass die Arbeit des Bauhofs erschwert würde.

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