Kämpfer, Kritik, Kandidaten – und der Lolls-Frieden

Kai A. Struthoff

Es herrscht Lolls-Frieden in der Stadt – und das ist auch mal ganz schön. Auf dem Lullusfest ist ja auch so schon genug los. Beim Lolls-Empfang unserer Zeitung verstanden sich rechte und linke, rote, grüne, schwarze und gelbe jedenfalls prächtig, weil unter dem Mantel des Lolls-Friedens mal offen und ohne Scheuklappen geredet werden konnte.

Die Hersfelder Stadt-CDU sucht derweil weiter nach einem Vorsitzenden – obwohl ich ja finde, das Günter Exner den Job klasse macht. So friedlich war es schon lange nicht mehr in den Reihen der gebeutelten Kreisstadt-CDU. Aber aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen will er nicht dauerhaft in die Bütt steigen, sodass es jetzt eine starke Frau richten soll. An einem der Totengedenk-Wochenenden im November will sich der Verband zur Klausur in die Rhön zurückziehen und über diese Personalie endgültig entscheiden. Hoffentlich wird es nicht wieder ein Trauerspiel.

Bilder vom Lolls-Empfang der HZ

Presseschoppen der HZ zum Lullusfest

Traurig und verwundert sind unterdessen die CDU-Mitglieder auf Kreisebene über das Agieren ihres Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich. Er schweigt öffentlich weiter eisern zur Frage der Kandidatenkür und dem Streit darüber mit Werra-Meißner. Lieber lobhudelt er statt dessen über die Errungenschaften von Schwarzgelb in Berlin. Selbst Parteifreunde schütteln darüber den Kopf. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft – na, Sie wissen schon!

Michael Roth indes profiliert sich unterdessen weiter als Europapolitiker. In der vergangenen Woche hatte er die große Ehre, einen Gastkommentar in der Zeitung „Die Welt“ zur Euro-Rettung der Europäischen Zentralbank zu verfassen. So erweckt man Aufmerksamkeit – und macht sich womöglich sogar ministrabel, falls es mit dem Machtwechsel in Berlin klappen sollte.

Ein anderer Sozialdemokrat, Gunter Müller, hat – Lolls-Frieden hin oder her – in der Feuerrede von Bürgermeister Thomas Fehling ordentlich Haue bekommen. Dort wurde kritisiert, dass „der Neubürger aus Leipzig“ zwar von seiner Partei als sachkundiger Bürger in die Lullusfest-Kommission durchgedrückt wurde, aber an keinem der Treffen teilgenommen hat. Müller hat sich darüber ganz schön geärgert – vielleicht, weil er weiß, dass Fehling mit dieser Kritik recht hat.

Aber vielleicht hatte er einfach zu viel beim Roten Kreuz zu tun. Dabei war es natürlich ausgemachter Blödsinn, als eine Anzeigenpostille jüngst orakelte, der DRK-Kreisvorsitzende Gunter Müller wolle sich höchstselbst als neuen Geschäftsführer installieren. Stimmt aber nicht. Vielmehr hat Müller trotz des noch nicht beendeten Rechtsstreits mit dem geschassten Karl-Georg Dittmar jetzt einen Kandidaten für dessen Nachfolge gefunden. Diesen wird er dem Vorstand in der kommenden Woche vorschlagen.

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