250 Dinge, die wir an der Region mögen (53): Das Forstamtsgebäude

Ein Juwel im Stiftsbezirk

Das Forstamtgebäude im Bad Hersfelder Stift. Fotografiert während des letzten Lullusfestes aus dem Riesenrad. Foto: Manns

Bad hersfeld. Eine bewegte Geschichte verbirgt sich hinter dem Fachwerk des Forstamtes im Bad Hersfelder Stift in unmittelbarer Nachbarschaft der historischen Stiftsruine. Schon im Jahr 1525 wurde das Holz für den Bau des heutigen Forstamtes Bad Hersfeld geschlagen. Erbaut wurde es aber erst 1574, fast 50 Jahre später und diente zunächst als Gästehaus für die damalige Abtei von Hersfeld. Im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude erstmals als Verwaltungsgebäude für die damalige Forstverwaltung genutzt.

Im Jahr 1868 war das Haus Dienstgebäude der Oberförsterei Hersfeld, die am 1. Oktober 1868 in Forstamt Hersfeld-West umbenannt wurde.

1978 begann eine über sieben Jahre andauernde Grundsanierung, die eine komplette Entkernung wegen der Gefährdung der Standsicherheit von tragenden Teilen zur Folge hatte. Der damalige hessische Finanzminister Heribert Reitz hatte 1983, zu Beginn der Sanierungsarbeiten, den ersten Balken persönlich aus dem Fachwerk herausgebrochen. Danach gingen die Bauarbeiten sehr zügig voran.

Forstamtsleiter Jens Müller links und Kersten Eidam vor dem ehemaligen Haupteingang des schönen Fachwerkhauses. Foto: Manns

Nach dem Abschluss der umfassenden Sanierungsarbeiten konnte der damalige Staatsminister Willi Görlach am 22. August 1985 das Haus einweihen und an Forstamtsleiter Hans Klingelhöfer übergeben. 1996 erfolgte der Umbau der Wirtschaftsgebäude zum Besprechungszimmer mit Einrichtung einer Wildkammer.

Zum Grundbesitz des Forstamtes gehört auch der hinter dem Gebäude liegende Staudengarten, der zurzeit von der Stadt Bad Hersfeld gepachtet und als Park unterhalten wird. Nach der Pensionierung des ehemaligen Forstamtsleiters Hans Klingelhöfer wurde dessen Dienstwohnung im Amt frei und für die Verwaltung standen weitere dringend gebrauchte Räume zur Verfügung.

Seit dem 1. Januar 2005 hat das Forstamt Bad Hersfeld einen neuen Flächenzuschnitt. Große Teile des bisherigen Forstamtes Niederaula, sowie Teilflächen aus den Ämtern Nentershausen und Rotenburg sind dem Forstamt in Bad Hersfeld zugeschlagen worden. Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt Bad Hersfeld sowie die Gemeinden Friedewald, Hauneck, Hohenroda, Ludwigsau, Teile von Ronshausen, Schenklengsfeld, Kirchheim, Neuenstein, Teile von Niederaula und Teile der Stadt Bebra.

Von den Revierförstereien und dem Forstamt werden insgesamt 14 700 Hektar (= 82% Staatswald), 1 600 Hektar (=9% Kommunalwald) und 1 700 Hektar (=9% Kleinprivatwald) betreut und bewirtschaftet, das sind zusammen 18 000 Hektar Wald.

An der Spitze des Forstamtes Bad Hersfeld steht seit 2007 Forstdirektor Jens Müller. Zum engeren Führungskreis gehören noch der Bereichsleiter Produktion FOAR Thomas Brückner, der Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit FOAR Kersten Eidam und der Sachgebietsleiter Verwaltung Erhard Krück.

Das gesamte Team des Forstamtes besteht aus zehn Revierleitern, fünf Angestellten, drei Funktionsbeamten, 25 staatlichen Forstwirten, fünf Forstwirtschaftsmeistern und vier Forstwirtauszubildenden.

Von Gerhard Manns

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