250 Dinge, die wir an der Region mögen (153): Die Teichanlage in Lengers

Ein Juwel mitten im Wald

Idyll an der Lautenmach: Rund um die Lengerser Teiche wachsen Kräuter, Blumen und Teesorten. Rotaugen, Karpfen und Brachsen ziehen in den Gewässern ihre Kreise. Foto: privat/nh

Lengers. Idyllisch im Wald gelegen, präsentiert sich die Lengerser Teichanlage. Ein anheimelndes Fleckchen Erde mit einmaligem, natürlichem Erholungswert, das Ruhe und Entspannung bietet.

Etwa um das Jahr 1920 hat ein Lengerser Bürger namens Menzel ein Stück Wald gepachtet, die Fläche gerodet und als Gemüsegarten genutzt. „Menzels Garten“ wurde es genannt, und als Abgrenzung diente ein einfacher Holzzaun. Der Eigentümer war die damals selbständige Gemeinde Lengers.

1941 haben die Gebrüder Wenk das Grundstück gepachtet. Der Grund dafür war, dass die Fische in der Werra durch den Einlass von Salzlauge verendet sind. Dem wurde Abhilfe geschaffen, indem mit tatkräftiger Unterstützung Lengerser Männer ein Teich ausgehoben wurde. Mehrere Quellen speisen diesen und im Lauf der Jahre noch drei hinzugekommene Teiche.

Aus Erzählungen weiß man, dass die Hauptquelle „das Redelbörnchen“ genannt wurde. Einige Fische konnten gerettet werden, und wenn sie nicht gestorben sind, schwimmen sie heute noch im Teich. Beobachten kann man vornehmlich Rotfedern, Rotaugen, Karpfen und Brachsen. Noch heute steht ein Teil des Quellwassers der Gemeinde als Trinkwasser zur Verfügung. Anno 1975 war Lengers beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ Erster Landessieger. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch die Teichanlage.

Seit der Gebietsreform ist Lengers ein Stadtteil von Heringen, und 1980 wurde ein Pachtvertrag geschlossen zwischen der Stadt und Reinhard Wenk, Karl-Heinz Köhler, Heinrich Knauf und Kurt Bommer. Inzwischen sind einige Pächter verstorben oder aus Altersgründen ausgeschieden, und somit gründete sich im Jahr 1992 der Teichverein.

Einmal im Jahr wird nun zum traditionellen Teichfest eingeladen. Das ganze Jahr hindurch ist dieses Fleckchen Erde ein einmaliges Ziel zum Erholen und Verweilen für jedermann. Etwa die Hälfte des großen Teiches bedecken Seerosen, rund herum wachsen Kräuter, Blumen und Teesorten. Stellvertretend seien hier nur einige genannt: Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Wasserminze, Kalmus, Mädesüß, kalifornische Goldrute, Pfefferminze sowie das kleinblütige Weideröschen.

Unterhalb der Teichanlage befinden sich die Sportstätten des TSV Lengers 1913, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Von Hildegard Führer

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