Vorwurf: Landrat wirbt für Zweiklassen-Medizin – Veranstaltung am Montag in der Stadthalle

Jusos kritisieren Schmidt-Auftritt

Hersfeld-Rotenburg. Die Jusos haben die Teilnahme von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) an einer vom Finanzdienstleister AWD veranstalteten Diskussionsrunde zur Gesundheitsvorsorge in Bad Hersfeld kritisiert. Sie findet am Montag, 25. September, ab 18.30 uhr in der Stadthalle statt. „Es enttäuscht uns sehr, dass sich der Landrat zu einer Werbeverkaufsveranstaltung hergibt, die der Zweiklassenmedizin das Wort redet“, erklärt der Bezirksvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, Pascal Barthel.

Bürger müssen zahlen

Was in der Pressemitteilung des Versicherungskonzerns AWD als Hinweis auf die Eigenverantwortung des Einzelnen beschrieben werde, heißt nach Ansicht der Jusos nichts anderes, als dass die Bürger immer mehr Geld aus eigener Tasche für ihre Gesundheit ausgeben sollen. Mit dieser von schwarz-gelb im Bund betriebenen Entsolidarisierung des Gesundheitswesens verdienten sich Versicherungskonzerne und Makler „eine goldene Nase“, schreibt Barthel in einer Pressemitteilung.

Werden Policen verkauft?

„Offensichtlich findet Herr Dr. Schmidt das gut. Sonst würde er doch nicht eine solche Veranstaltung durch seine aktive Teilnahme aufwerten. Werden am Ende seines Vortrags dann auch gleich Versicherungspolicen verkauft?“, heißt es weiter.

Die Jusos fordern in ihrer Pressemitteilung eine Abkehr von einer weiteren Privatisierung des Gesundheitswesens. „Auf der Strecke dieser unsozialen Politik bleiben Familien, Kranke und Ältere. Unsere Alternative dazu ist die solidarische Bürgerversicherung“, betont der Juso-Unterbezirksvorsitzende Jan Bannasch. (red)

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