Kleiderkammer für Flüchtlinge der Initiative „Hand in Hand“ im ehemaligen Buchcafé sucht Helfer

Junge Männer sind modebewusst

Regale gut gefüllt: In der Kleiderkammer für Flüchtlinge der Initiative „Hand in Hand“ in den Räumen des ehemaligen Buchcafés freuen sich Marie-Louise Harms (links) und Margarete Horstmann über die große Hilfsbereitschaft der Bad Hersfelder. Schilder an den Regalen informieren, für welche Größen sich dort Kleidung findet. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Überwiegend positiv sind die Erfahrungen, die die ehrenamtlichen Helferinnen der Initiative „Hand in Hand“ mit der neu ins Leben gerufenen Kleiderkammer für Flüchtlinge machen. Das berichten Marie-Louise Harms und Margarete Horstmann.

Sie erleben die Menschen, die zu ihnen kommen, um sich eine Erstausstattung auszusuchen, als freundlich und höflich und sehr bemüht, die deutsche Sprache zu lernen. Vor allem die jungen Männer seien aber auch sehr modebewusst und achteten auf zeitgemäße Kleidung, hat Margarete Horstmann festgestellt. Besonders gefragt seien Sportschuhe, Hemden und Sweatshirts, berichten die Frauen. Benötigt würde nach wie vor Herrenkleidung in kleinen Größen. Aber auch für Rucksäcke, Taschen und Kinderwägen gibt es noch Bedarf.

Die Kleiderkammer in den ehemaligen Räumen des Buchcafés in der Badestube, die der Initiative des Interkulturellen Zentrums (IkuZ) und des Frauennetzwerks von Eigentümer Martin Knauff mietfrei gegen eine Beteiligung an den Nebenkosten zur Verfügung gestellt werden, ist vor allem für die Flüchtlinge in der Notunterkunft im früheren Herkules-Markt zuständig. Kleidung wird nur gegen Vorlage einer vom DRK ausgestellten Bescheinigung ausgegeben und auch nur eine Erstausstattung: Jeweils eine Hose, ein Pullover, eine Jacke, ein Paar Schuhe, Unterwäsche, Socken und eine Tasche oder ein Rucksack, erläutert Margarete Horstmann.

Spendenbereitschaft groß

Die Spendenbereitschaft der Menschen für die Flüchtlinge sei groß, freut sich Marie-Louise Harms. Manch einer scheine jedoch die Gelegenheit zu nutzen, hier seinen Müll loszuwerden. „Manchmal sind wir schon schockiert über das, was wir in den Säcken finden“, stellt sie fest. Ungewaschene Kleidung, altmodische Sachen, die nach Keller riechen, oder auch kaputte und zerrissene Teile kommen da zum Vorschein.

Immer wieder werden die Helferinnen mit Gerüchten konfrontiert, die Flüchtlinge würden gespendete Sachen horten oder aber sie einfach in den Müll werfen. Das können sie aus ihrer Erfahrung und auch nach Gesprächen mit den Flüchtlingsbetreuern des DRK nicht bestätigen. Sie haben auch schon erlebt, dass junge Männer Sachen, die ihnen nicht gepasst hätten, wieder zurückbrachten.

Zwei bis drei Stunden

Freuen würden sich die Helferinnen über weitere Unterstützung. Denn von den Freiwilligen, die sich nach dem ersten Aufruf gemeldet haben, seien viele inzwischen nicht mehr erreichbar. „So zwei bis drei Stunden pro Woche sollten die Helfer schon zur Verfügung stehen“, sagt Horstmann. Dabei geht es sowohl darum, die neu hereinkommenden Sachen zu sortieren als auch um die Betreuung der Flüchtlinge bei der Ausgabe. Einsatzzeiten sind montags, mittwochs und freitags von 11 bis 14 und von 15 bis 18 Uhr. Die Ausgabe findet an diesen Tagen in Absprache mit dem DRK statt.

Kontakt: Telefon 0157/84192972.

Von Christine Zacharias

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