Alkoholvergiftungen: Schon zwei Promille sind zu viel

Junge Komatrinker vor allem bei Festen

Hersfeld-Rotenburg. Jugendliche Komasäufer sind auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Problem, vor allem zu Zeiten von Kirmes und Lullusfest oder auch zu Silvester. Schon zwei Promille Alkohol im Blut können bei Jugendlichen dazu führen, dass sie nicht mehr ansprechbar sind. Das sagte Dr. Karl-Heinz Anhut von der Intensivmedizin am Klinikum in Bad Hersfeld.

Jugendliche Komasäufer werden hier immer mal wieder behandelt, etwa 20 in diesem Jahr. Entgegen dem hessischen Trend könne er aber keine spürbare Zunahme feststellen, sagte Dr. Anhut. Allerdings landen auf seiner Station nur die schweren Fälle. Über die ambulant behandelten Alkoholvergiftungen von Jugendlichen lagen dem Klinikum keine Zahlen vor.

Wenn Jugendliche etwa auf einer Feier nicht mehr ansprechbar sind und kaum noch reagieren, sollte der Rettungsdienst gerufen werden, rät Dr. Susanne Kölsch vom Klinikum Bad Hersfeld. In schweren Fällen müsste auch ein Notarzt angefordert werden. Selten brächten Eltern ihr Kind selbst. Das hat auch Dr. Daniel Gleichmann vom Kreiskrankenhaus in Rotenburg beobachtet. Die Reaktion der jungen Leute im Nachhinein sei sehr unterschiedlich. Manche Jugendlichen seien peinlich betroffen, andere ignorierten das Problem, sagte Dr. Gleichmann. Bei einem einmaligen Alkoholexzess seien langfristige Schäden eher unwahrscheinlich.

Gefährlich ist eine Alkoholvergiftung vor allem, weil durch unkontrolliertes Erbrechen Lungenschäden oder Ersticken drohen, auch starker Flüssigkeitsverlust und Herzrhythmusstörungen können auftreten. Selten müsse der Magen ausgepumpt werden, weil der Alkohol schnell ins Blut gehe, sagte Dr. Kölsch. Auf der Intensivstation werden deshalb vor allem die Atmung und der Herzrhythmus überwacht und bei Bedarf wird Flüssigkeit über die Vene gegeben. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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