Jugendliche haben bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – weniger Betreuungsbedarf

Jugendwerkstatt Hersfeld-Rotenburg macht zu

Hersfeld-Rotenburg. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres zeichnete es sich ab: Die Jugendwerkstatt Hersfeld-Rotenburg steckt in den roten Zahlen. Sie soll deshalb zum Ende des kommenden Jahres geschlossen werden.

Die Gründe dafür sind vielfältig, wie Christof Dahl, Geschäftsführer der Jugendwerkstatt Hersfeld-Rotenburg gGmbH erläuterte: „Die Jugendarbeitslosigkeit in der Region Hersfeld-Rotenburg entwickelt sich rückläufig“, stellte Dahl fest. Daran habe nicht nur der demografische Wandel seinen Anteil, vielmehr bestünden durch die vielen Arbeitsmöglichkeiten der Logistiker vor Ort mehr Jobangebote als anderswo in Nordhessen. „Das ist sicherlich ein erfreulicher Aspekt für die Jugendlichen. Für die Jugendwerkstatt bedeutet es jedoch, dass auch weniger junge Leute betreut werden müssen. Dadurch werden weniger Fördergelder an die Jugendwerkstatt gezahlt“, erklärt der Geschäftsführer.

Hinzu komme, dass diese öffentliche Förderung, von der die Jugendwerkstatt lebe, bundesweiten Sparmaßnahmen unterliege. Allein in diesem Jahr bekomme die Optionskommune 30 Prozent weniger Gelder zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zugewiesen als im Vorjahr. „Da können wir nicht einfach weitermachen.“

In der Jugendwerkstatt sind zurzeit zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zumeist in Teilzeit beschäftigt.

Weil für das kommende Jahr unter diesen Umständen kein ausgeglichener Haushalt aufzustellen sei, habe die Gesellschafterversammlung beschlossen, dass die Jugendwerkstatt ihren Betrieb zum 31.Dezember 2012 einstellt. Damit sei nach Auskunft des Geschäftsführers ein großzügiger Zeitrahmen gegeben, um sozial verträgliche Anschlussperspektiven für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen und die noch laufenden Projekte zu Ende zu führen.

„Das Bewerbercafé in der Alten Schmiede, im Diakonischen Zentrum von Bebra und im Haus der Diakonie in Rotenburg sowie das Netzwerk für Alleinerziehende befinden sich in der Trägerschaft des Zweckverbandes für Diakonie und werden unverändert wie geplant weitergeführt“, versicherte Dahl abschließend. (red)

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