Kreis muss 2014 mehr Geld für Eingliederungshilfen ausgeben

Jugendhilfe braucht eine Million Euro mehr

Hersfeld-Rotenburg. Rund eine Million Euro mehr als im vergangenen Jahr wird der Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2014 für die Kinder- und Jugendhilfe ausgeben. 19 493 017 Euro sieht der Haushaltsplan für diesen Bereich vor. 2013 waren es 18 344 575 Euro.

Von einer Kostenexplosion könne dennoch nicht die Rede sein, sagt die Erste Kreisbeiordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz (SPD). Auf viele Kosten habe der Kreis zudem keinen Einfluss. „2010 gab es im Bereich der Jugendhilfe noch ein Defizit von 3,6 Millionen Euro. Seitdem haben wir die Haushaltsansätze gehalten“, berichtet sie. Seit 2011 sei zudem eine Controllerin im Einsatz, denn auch ihr Ziel sei es, möglichst kein Geld zu verschwenden.

Für die aktuelle Kostensteigerung sind vor allem höhere Kosten im Bereich der Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche verantwortlich, etwa für die Betreuungsassistenz im Rahmen der sogenannten Inklusion oder die ambulante und stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen. Dort sind die Kosten von rund 2,8 Millionen Euro auf rund 4,2 Millionen Euro gestiegen.

Ebenfalls erhöht haben sich laut Künholz die Ausgaben für die Erstattung von Kita-Gebühren. Diese übernimmt der Kreis, wenn die Familien selbst nicht in der Lage sind zu zahlen. Ein Großteil des Geldes entfällt zudem auf familienersetzende Hilfen – worunter beispielsweise die Inobhutnahme und Heimerziehung von Minderjährigen fällt – und familienergänzende Hilfen wie das betreute Wohnen für junge Volljährige. In beiden Bereichen sind die Kosten jedoch gesunken. „Grundsätzlich versuchen wir, zeitlich befristete, aber qualitativ hochwertige Maßnahmen ständigen Hilfen vorzuziehen und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten“, so Künholz. Es sei aber leider so, dass es immer mehr Familien gebe, die Hilfe benötigten.

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Von Nadine Maaz

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