Europolis 2050: Junge Menschen arbeiten künstlerisch an der Zukunft unseres Kontinents

Jugend baut Haus Europa

Das Europa der Zukunft beschäftigt in den kommenden Tagen Elsa Varennes von der European Theatre Convention, Ulla Morgner, Maren Dey, Steffen Trautvetter, Susann Reding, Werksleiter Peter Euler, Katja Heiser, Kim Zier, Sebastian Hüchel, Nikolaus Kinski und Jugendliche aus ganz Europa. Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Sie kommen aus fünf verschiedenen Ländern und sie sind die Experten für die Zukunft. 51 Jugendliche aus Finnland, England, Kroatien, Israel und Deutschland treffen heute Abend in Bad Hersfeld zum ersten Mal zusammen. Eine Woche lang werden sie im Rahmen des Projektes Europolis 2050 darüber nachdenken, wie sie sich das Europa der Zukunft und ihre persönlichen Chancen vorstellen und das in einer Performance künstlerisch umsetzen.

Mit von der Partie sind auch Schülerinnen und Schüler der Bad Hersfelder Schulen und vier Auszubildende des Werkes Werra der K + S Kali GmbH. K + S ist der Hauptsponsor des europäischen Theaterprojekts, das eng mit der European Theatre Convention, dem bedeutendsten Theaternetzwerk in Europa zusammenarbeitet.

„Wenn man etwas anfangen will, muss man bei jungen Menschen beginnen“ zitierte Intendant Holk Freytag Altbundeskanzler Konrad Adenauer, der mit dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle den deutsch-französischen Jugendaustausch initiierte. Zudem ist Freytag überzeugt: „Meine Generation und die nächst jüngere hat in Sachen Europa total versagt.“ Deshalb soll nun die Jugend ran.

Die Teilnehmer des Jugendforums, die zum größten Teil bereits per E-Mail und über einen Internet-Blog Kontakt miteinander hatten, sollen sich und die Besonderheiten ihres Landes vorstellen und Visionen entwickeln, wie Europa in 20 oder in 40 Jahren aussehen könnte, erläutert Theaterpädagogin Katja Heiser, die künstlerische Leiterin des Europolis 2050 Youth Forum. Unterstützt wird sie unter anderem von dem Schauspieler und Pädagogen Nikolaus Kinsky und einem Theaterregisseur aus Finnland. „Meine Aufgabe wird sein, aus den Jugendlichen Fragen herauszuholen, nicht ihnen Fragen zu stellen, die sie dann beantworten müssen“, sagt er.

In der kommenden Woche erwartet die Jugendlichen auf jeden Fall ein intensives Programm. Von Samstag an werden sie jeden Tag etwa zehn Stunden lang in Gruppen und in großer Runde miteinander arbeiten und kreative Ideen entwickeln. Außerdem stehen Besuche der Aufführungen in der Stiftsruine und Gespräche mit den Theatermachern auf dem Programm.

Das, was die Jugendlichen erarbeiten, werden sie am Sonntag, 20. Juni, ab 11 Uhr in der Schilde-Halle in Szenischen Skizzen vorstellen. Flankiert wird das Projekt von einer Reihe von Vorträgen und Podiumsgesprächen, die am 14., 15. und 18. Juni jeweils ab 18 Uhr in der Schilde-Halle stattfinden.

Sehr gespannt auf neue Begegnungen und Erfahrungen sind auf jeden Fall die vier Auszubildenden aus dem Werk Werra. „Ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein“, sagt Steven Trautvetter und Kim Zier findet es spannend zu erfahren, wie andere darüber denken, wie es im Jahr 2050 aussehen soll.

Von Christine Zacharias

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