Kreis Hersfeld-Rotenburg läutet mit Wirtschaftstag die Festivitäten zum 40. Bestehen ein

Jubilar im besten Alter

Fröhliche Geburtstagsrunde: HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm, Regionalmanager Holger Schach, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Zukunftsforscher Klaus Burmeister, Grenzebach-Manager Bernd Rudolph und Bürgermeister Thomas Fehling (von links) riskieren einen Blick in die Zukunft – auf ein Modell des Zuse-Valley, das im Haunetal entstehen soll. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Zum Geburtstag wünscht man sich gemeinhin alles Gute für die Zukunft. Aber wie diese aussieht, weiß keiner. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg wollte es zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen genauer wissen und beschenkte sich selbst mit einem erstmals veranstalteten Wirtschaftstag in der Bad Hersfelder Stadthalle. Dabei gab der Zukunftsforscher Klaus Burmeister von der z_punkt GmbH einen Ausblick auf kommende Megatrends.

Neue Mobilität

„Lieber ein Mobiltelefon als ein Auto“ wollen seinen Erkenntnissen nach junge Leute von heute haben – ihre Variante von Mobilität. Ohnehin würden Fahrzeuge im Megastau zunehmend zu „Stehzeugen“, weshalb neue Mobilitätskonzepte gefordert sind. Auch der klassische Kunde werde immer mehr zum „Prosumenten“, der in die – natürlich ökologisch einwandfreie – Produktion einbezogen sein will.

„Die Wirtschaft wird sich grundlegend ändern“, verhieß Burmeister und sprach von „Disruptionen“, also Brüchen, wie etwa Fukushima, der Energiepreisexplosion oder dem arabischen Frühling, die in der globalisierten Welt auch den hintersten Winkel verändern.

Vor allem der Umgang mit dem demografischen Wandel verlange nach neuen Konzepten. Denn altersbedingt werden in Deutschland in den kommenden vier Jahrzehnten rund 300 000 Beschäftigte jährlich den Arbeitsmarkt verlassen.

Große Herausforderungen für ein Geburtstagskind „im besten Alter“ – wie Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zuvor Hersfeld-Rotenburg bezeichnet hatte. Obwohl der Kreis inzwischen ein „prosperierendes Kernstück mitten in Deutschland und Europa“ sei, bleibe immer noch viel zu tun.

Und viel wurde getan. Daran erinnerte Regionalmanager Holger Schach. Obwohl viele Skeptiker das Regionalmanagement einst als „eigentlich unmögliche Einrichtung“ angesehen hätten, sei die zehnjährige Arbeit ein Erfolg: 80 neue Ansiedlungen, rund zwei Milliarden Investitionen und 7500 Arbeitsplätze laute die Erfolgsbilanz für Nordhessen. Dabei dominiere nicht etwa nur allein Kassel. Bad Hersfeld sei mittlerweile die zweitstärkste Stadt in der Region.

Ideenregion Nordhessen

Das damalige Ziel, die Arbeitslosigkeit zu halbieren, sei weit überschritten, inzwischen suche man vielmehr Fachkräfte. Schach lobte die konstruktive Zusammenarbeit der einzelnen Wirtschaftsförderer. Auch in Zukunft wolle sich Nordhessen gemeinsam als Ideen- und Innovationsregion in Europas Mitte profilieren, beschrieb Schach das neue Leitbild Nordhessens.

Das lieferte dann der „Geburtstagsrunde“ viel Stoff für eine Podiumsdiskussion, an der neben Schach und Burmeister unter anderen auch Landrat Schmidt und Grenzebach-Manager Bernd Rudolph teilnahmen, und die von HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm moderiert wurde.

Von Kai A. Struthoff

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