Abiturienten der Modellschule Obersberg blicken optimistisch in die Zukunft

„Jetzt ist Zeit für Neues“

Lassen die Oberstufe hinter sich: (von links) Sven Schönig, Linda Bücking, Sebastian Fladerer, Antje Schäfer und Jannik Dippel haben an der Modellschule Obersberg ihr Abitur bestanden und schauen nun optimistisch in die Zukunft. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Der Stress der mündlichen Prüfungen ist verflogen, Cicero, Goethes Faust, Radialkraft und Vektorrechnung haben ihre Bedrohlichkeit verloren. Für die Abiturienten an der Modellschule Obersberg endet nicht nur ihre Schulzeit, sondern auch der Abschnitt im Leben, in dem der Lebensweg weitgehend vorgegeben ist.

New York, New York

Die Abi-Zeit möchte Linda Bücking aus Schenklengsfeld nicht missen. Jetzt aber zieht es die 19-Jährige in die Ferne. Als Au-Pair wird sie ein Jahr in einem Vorort von New York verbringen, dort die drei Kinder einer Familie betreuen, aber auch Kurse an der Uni besuchen. Nach ihrem Auslandsjahr möchte die Abiturientin studieren. Architektur oder Psychologie, da ist sich Linda Bücking noch unsicher.

Gleich nach dem Abi in die weite Welt – nicht alle Abiturienten haben diesen Plan. „In meinem Beruf werde ich langfristig nicht hierbleiben können“, sagt Sebastian Fladerer. Während seines dualen Studiums zum Diplom-Finanzwirt beim Bundeszentralamt für Steuern wird vorerst Neuenstein der Lebensmittelpunkt des 18-Jährigen bleiben. Die Gemeinde liegt zwischen seinem Studienort Rotenburg und der Ausbildungsstelle in Fulda. Schon im vergangenen Jahr, noch vor dem Abiturstress, hatte sich der 18-Jährige für das duale Studium beworben.

Ein klares Ziel für die Zeit nach dem Abitur haben noch nicht alle vor Augen. „Viele wissen noch nicht genau, was sie machen wollen“, sagt Linda Bücking.

„Ich habe im Modulhandbuch nachgeschaut und mir eine grobe Vorstellung verschafft“, erzählt Jannik Dippel. Der 19-Jährige hat sich für ein Studium der Nano-Technologie entschieden. Ein Bekannter habe ihm zu diesem relativ jungen Studiengang geraten, in dem er gute Zukunftschancen sehe. Im Moment sucht Dippel in Erlangen eine Wohnung. „Es ist ziemlich voll dort“, erzählt er.

Medizin und Theologie

Medizin studieren – das ist der Traum von Sven Schönig aus Bad Hersfeld. „Ein cooler Job. Aber auch stressig und es dauert lange, bis man fertig ist“, nennt der Bad Hersfelder seine Zweifel. Der 18-Jährige hat sich nicht festgelegt, wo er studieren möchte. „Eher weiter weg“, meint er.

„Ich komme in die Region zurück“, sagt Antje Schäfer aus Rohrbach. Im August beginnt die 20-Jährige ihren Bundesfreiwilligendienst bei der evangelischen Kirche, wo sie Jugendgruppen betreuen wird. „Danach mache ich ein Praktikum bei einem Pfarrer“, erzählt die Rohrbacherin.

Theologie ist auch der Studienwunsch der 20-Jährigen. „Erst wollte ich Grundschullehramt studieren, als Pfarrerin kann man ja auch unterrichten. Kreisjugendpfarrerin oder Gemeindepfarrerin zu werden, das kann sie sich gut vorstellen.

In einem scheinen sich die Abiturienten einig zu sein: „Nach 13 Jahren Schule ist es Zeit für etwas Neues.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

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