Leckerer Abschluss der Aktion „Koch mit uns“ / Kinder genießen mit allen Sinnen

Jetzt schmeckt sogar Gemüse

Wer will fleißige Köchinnen sehen? Der muss zu Isabell, Stella und Kimberly gehen, die in der Küche der Ernst-von-Harnack-Schule mit Feuereifer Gemüse klein reiben. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. In der Küche der Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld riecht es schon verführerisch. Doch vor dem Genuss kommt die Arbeit. Mit Feuereifer schnippeln, brutzeln und rühren Stella, Lilian, Kimberly, Isabell, Julia, Elisabeth, Lotta und Jana. Auf der Speisekarte stehen Waffeln und Kräuterquark. Es ist das Abschlussessen des Projekts „Koch mit uns“, das das Staatliche Schulamt gemeinsam mit dem Umweltbildungszentrum Licherode an vier Schulen im Landkreis veranstaltet hat.

Möglich wurde dies durch die finanzielle Förderung der Stiftung „Kinder für Nordhessen“ von HNA und Hersfelder Zeitung. Unterstützung gab es vom Bezirkslandfrauenverein und von E.on Mitte. Zum Dank dürfen alle gemeinsam kosten, was die jungen Köche unter Anleitung von Hauswirtschaftsleiterin Ilona Heußner vom Umweltbildungszentrum zubereitet hatten.

„Durch veränderte Familienstrukturen und Berufstätigkeit geht das gemeinsame Kochen und Essen vielfach verloren“, erklärt Heußner. Viele Eltern von heute könnten selbst gar nicht mehr kochen. Viele Kinder indes würden manche Obst- oder Gemüsesorten nicht mehr kennen. „Essen ist Leben“, sagt Heußner, genau dort setze das Projekt an. Die Kinder sollen keine „hoch-gestylten“-TV-Kochshow-Menüs, sondern einfache, gesunde Gerichte zum Zuhause-Nachkochen lernen.

„Gesundes Essen muss Spaß machen, dann gelingt es auch, die Eltern daheim mitzunehmen“, betont auch Klaus Adamaschek vom Umweltbildungszentrum in Licherode.

Beeindruckt von dem Projekt zeigen sich die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Angelika Czernik vom Staatlichen Schulamt. Auch Künholz weist darauf hin, dass gemeinsames Kochen und Essen in vielen Familien aus allen Schichten längst nicht mehr an der Tagesordnung seien.

„Die Küche ist auch bei uns Zuhause ein Ort der Kommunikation“, erzählt sie und hofft nun auf weitere Sponsoren, um das erfolgreiche Projekt fortsetzen zu können.

Die stellvertretende Schulleiterin der Harnack-Schule, Karina Schnaar, erklärt auch im Namen ihrer Kollegen der anderen beteiligten Schulen, dass „vieles, was wertvoll ist, nicht viel kostet“. Auch mit preiswerten Zutaten könne großer Genuss erzeugt werden. Die Kinder jedenfalls hätten mit „allen Sinnen“ an dem Projekt mitgearbeitet.

Und den Erfolg der Kochwerkstatt beweist wohl auch die E-Mail einer Mutter von der Jakob-Grimm-Schule an Ilona Heußner: „Seit dem Projekt isst unsere Tochter sogar Gemüse“.

Von Kai A. Struthoff

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