Zum Tage

Jenseits von Wiesbaden

Kai A. Struthoff über den SPD-Hessen-Gipfel

Politik ist oft mit Ortsnamen verknüpft: Denken wir nur an das Godesberger Programm, die Petersberger Beschlüsse oder die Klausuren von Wildbad Kreuth. Offenbar entwickelt sich unser beschauliches Friedewald für die hessische SPD zu einem Ort ähnlicher Strahlkraft. Weit weg von den Journalistenmeuten in Wiesbaden kann im Rittersaal oder der Festscheune die sozialdemokratische Seele baumeln und fern der Tagesaktualität mal grundlegend diskutiert werden.

Gewiss, so richtig überraschend ist es nicht, was die Genossen dabei ausgebrütet haben. Die Hessen-SPD distanziert sich von Schröders Agenda-Politik und rückt kräftig nach links – auch wenn das offiziell bestritten wird. Man wolle sich wieder mehr an den Lebens- und Alltagsproblemen der Menschen orientieren, um so die Basis zurückzuerobern. Aus der Opposition heraus lässt sich freilich viel versprechen – aber das tun ja alle.

Für die Region ist der Hessen-Gipfel jedenfalls ein Gewinn, denn er bringt Entscheider und Multiplikatoren zu uns an den Rand der politischen Peripherie.

Der Geist von Friedewald – auch für uns ist er ein Guter!

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