DLRG bedauert mangelndes Bäderangebot im Landkreis

Jedes zweite Kind kann nicht schwimmen

Hersfeld-Rotenbrug. Jedes zweite Kind kann nach der vierten Klasse nicht ordentlich schwimmen. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Das Ergebnis einer Befragung von Grundschulen und der DLRG im Kreis zeigt ein gespaltenes Bild.

„50 Prozent der Kinder der dritten Klassen sind Nichtschwimmer“, bestätigt Jutta Weidner-Jäger vom Schwimmverein Neptun Rotenburg das Ergebnis der Studie. Die Zahlen stammen zwar aus dem Jahr 2010, seien aber noch aktuell, sagt der Pressesprecher des DLRG-Bundesverbandes.

Die Nachfrage nach Schwimmkursen sei groß, sagt Andreas Tamme von der DLRG-Ortsgruppe Bebra. „Wir beobachten jedoch auch, dass die Zahl der Kinder zunimmt, die erst mit sieben oder acht Jahren schwimmen lernen wollen.“ Er bedaure, dass die Anzahl der Bäder im Landkreis zurückgeht, die für eine Schwimmausbildung genutzt werden können.

„Es kommen immer mehr Nichtschwimmer in den Schwimmunterricht in der dritten Klasse,“ sagt Karl-Heinrich George, Leiter der Wilhelm-Neuhaus-Schule in Bad Hersfeld. Er vermutet, dass viele Eltern auf Schwimmbadbesuche mit ihren Kindern verzichten. Doch seien Schulen auf die Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen. Thomas Breitbart, Schulleiter der Grundschule Wildeck-Obersuhl, zeichnet ein anderes Bild: „Bei uns können zwei Drittel der Kinder bereits schwimmen, wenn sie das erste Mal am Schwimmunterricht teilnehmen.“ Durch das Schwimmbad im Ort, könne den Kindern ein 90-minütiger Schwimmunterricht garantiert werden. Viele Kinder seien zudem bei der DLRG.

Ähnlich schildert die Situation Michael Kapuschowski, Leiter der Georg-August-Zinn-Schule in Heringen: „Ich schätze die Schwimmfähigkeit unserer Kinder gut ein.“ Das Hallenbad im Ort sei die Grundlage dafür. HINTERGRUND, SEITE 2 ZUM TAGE

Von Miriam Linke

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