ADAC-Studie: Eltern handeln oft fahrlässig beim Weg zur Schule

Jedes dritte Kind im Auto falsch gesichert

Hersfeld-Rotenburg. Fast jedes dritte Kind unter zwölf Jahren ist im Auto überhaupt nicht oder nicht richtig angegurtet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung des ADAC. Die Experten des Automobilclubs überprüften 2325 Kinder vor Schulen und Kindergärten in elf Bundesländern.

Bei Kindergartenkindern waren falsch bediente Sitze die häufigste Fehlerquelle, während bei Grundschülern oftmals gar keine Sicherungen vorhanden waren.

Für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es keine konkreten Zahlen. Die Eltern seien aber auch hier oft zu nachlässig, sagt Rainer Nemnich, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg.

„Es ist ja nur eine kurze Strecke“, sei eine häufige Rechtfertigung. Wie gefährlich es ist, wenn Kinder nicht richtig angeschnallt sind, verdeutliche die Kreisverkehrswacht an ihren Informationsständen mit einem Kinder-Gurtschlitten. Mit einer Puppe in Größe und Gewicht eines Kindes wird dort ein Zusammenstoß simuliert. „Schon bei acht Stundenkilometern fliegt die Puppe im hohen Bogen aus dem Sitz“, berichtet Nemnich.

Ein Unfall oder ein starkes Bremsen könnten tödlich enden. „Ein ungesichertes Kind schießt wie eine Rakete durch den Fahrgastraum und kann sogar die Windschutzscheibe durchschlagen“, sagt Nemnich.

„Oft sind Kinder nicht fachgerecht angeschnallt“, bestätigt auch Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg. Häufig fehlten geeignete Kindersitze völlig, oder die Rückhaltesysteme seien im Auto nicht korrekt installiert. „Es gibt keine Ausnahme von der Sicherungspflicht“, betont Knoch: „Auch nicht für mal eben um die Ecke, gelegentliche Fahrten mit den Großeltern oder Sportvereinen, Nachbarn und Taxifahrten.“ HINTERGRUND, ZUM TAGE, NÄCHSTE SEITE

Von Bea Ricken und Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare