Polizeisprecher Knoch: „Das ist ein Massenphänomen“

Jeder zweite Fahrer ignoriert Handy-Verbot

Hersfeld-Rotenburg. Fast jeder zweite Autofahrer missachtet zumindest hin und wieder das Verbot, während der Fahrt mit dem Handy zu telefonieren – und zwar mit dem Telefon in der Hand, nicht etwa per Freisprecheinrichtung. Diese Zahlen hat eine Umfrage des Münchner Marktforschungsunternehmens TNS Infratest im Auftrag des Mobilfunkanbieters E-Plus ergeben.

Darüber, wie viele Verkehrsunfälle auf das Handy-Telefonieren während der Fahrt zurückzuführen sind, gibt es keine Statistiken. Manfred Knoch, Sprecher der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, erklärt: „Über die Kontrollen des Handy-Verbots am Steuer gibt es keine Zahlen. Und wer gibt schon zu, dass er gerade zum Handy greifen wollte, als es gekracht hat.“

Liegt nach einem Verkehrsunfall irgendwo im beteiligten Wagen ein Mobiltelefon herum, lasse sich anhand des Verbindungsnachweises natürlich herausfinden, wann zuletzt telefoniert wurde, sagt der Polizeisprecher.

Knoch spricht bei der Missachtung des Telefonier-Verbots während der Fahrt von einem „Massenphänomen“, das sich im Straßenverkehr vielfach beobachten lasse. Oft genug habe der Fahrer eine Hand am Lenkrad, die andere am Mobiltelefon in Ohrhöhe. Die Vermutung, dass mehr jüngere als ältere Fahrer gegen das Verbot verstoßen, weisen Fachleute zurück. „Das ist ein Phänomen, das sich durch alle Altersgruppen zieht“, erklärt Dieter Armbrecht, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Northeim-Osterode.

Generell, so sagt Manfred Knoch, seien Autofahrer gut beraten, während des Fahrens nicht mit dem Handy zu telefonieren oder ihr Navigationsgerät zu programmieren. Auch der Autoclub Europa (ACE) hatte erst kürzlich in einer Studie darauf hingewiesen, dass die Bedienung solcher Geräte massiv vom Verkehrsgeschehen ablenkt.

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Rainer Henkel

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