Jörg Braun von der Hersfelder Bauaufsicht überprüft die Karussells vor dem Lullusfest

Jeder Zentimeter zählt

Der strenge Blick: Jörg Braun von der Bauaufsicht der Stadt Bad Hersfeld überprüft bei der technischen Abnahme unter anderem die Sicherheitsbügel des Fahrgeschäftes „Starlight“. Foto: Künemund

Bad Hersfeld. Jörg Braun achtet auf jeden Zentimeter. Das muss er auch. Denn er ist mitverantwortlich für die Sicherheit vieler Menschen. Mit einem Zollstock in der Hand und einem Ordner voller Vorschriften und Maße unter dem Arm überprüft der Mitarbeiter der Bad Hersfelder Bauaufsicht die Fahrgeschäfte vor dem Lullusfest.

Am Starlight-Karussell ist eine Stufe zu hoch. Das bemängelt Braun im Gespräch mit dem zuständigen Schausteller. Dieser verspricht Verbesserung. „Die meisten Leute kenne ich schon seit Jahren. Fast immer sind sie freundlich und kommen meinen Forderungen nach“, sagt der Mann bei der technischen Abnahme.

Das sei auch wichtig. „Es geht schließlich um die Gesundheit der Besucher. Die liegt den Schaustellern am Herzen. Sie sind wie ich teils dafür verantwortlich“, sagt Braun. Stürze durch Mängel an Geländern und Treppen gelte es zu vermeiden.

„Außerdem nehme ich die Technik und Elektronik der Fahrgeschäfte unter die Lupe. Das ist aber vorwiegend Aufgabe des Tüv – in den Papieren überprüfe ich, ob die vorgeschriebenen Kontrollen stattgefunden haben“, erklärt Braun. Er lässt sich zudem Testfahrten vorführen. „Fahrgeschäfte wie der Break Dance sollten durch eine Sicherungs-Funktion erst starten können, wenn alle Bügel eingerastet sind“, sagt er, „das klappt eigentlich ausnahmslos.“

Versprechen, dass alles problemlos über die Bühne geht, will Jörg Braun aber nicht. „Ich schaue mir einige Bolzen an, die das Fahrgeschäft zusammenhalten. Aber das sind Stichproben, ich kann nicht jede Schweißnaht überprüfen und muss da einfach dem Tüv vertrauen.“ Passiert sei in den vergangenen Jahren auf dem Lullusfest nichts. „Toi, toi, toi, dass das so weitergeht. Es ist unwahrscheinlich, dass was schief läuft“, sagt Braun.

Notfallplan

Lediglich die Elektronik beim „Jekyll and Hyde“ habe mal versagt, sodass das Karussell zum Stillstand kam. „Für solche Fälle gibt es einen Notfallplan, den ich mir erklären lasse. Der hat damals auch funktioniert, die Fahrgäste wurden von Hand ohne Gefahr heruntergelassen“, erzählt Jörg Braun.

Mit der Abnahme des Karussells und der Zelte, bei denen er sich mitunter die Notausgänge und die Brandschutzkonzepte anschaut, hat Jörg Braun die ganze Woche vor Lolls zu tun. „Das mache ich schon seit dem Jahr 2000“, sagt der Experte.

Von Florian Künemund

Kommentare