Gesundheitsreport beleuchtet auch die Situation in der Pflege

Jeder 2. Hausarzt sucht bis 2020 Nachfolger

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Hersfeld-Rotenburg. Fast jeder zweite Hausarzt (41) im Kreis Hersfeld-Rotenburg wird bis zum Jahr 2020 einen Nachfolger suchen. Schon im nächsten Jahr brauchen voraussichtlich 22 von insgesamt 90 Hausärzten im Kreis eine Nachfolge, weil sie dann 65 Jahre alt sind. Das geht aus dem Regionalen Gesundheitsreport 2014 hervor, der jetzt vom Hessischen Sozialministerium und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen vorgelegt wurde.

In dem Report werden laut Ministerium bundesweit erstmalig die Versorgung untersucht und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 für die ambulante haus- und fachärztliche Versorgung, Apotheken, Krankenhaus und Pflege beleuchtet.

Bis 2020 könnten danach von den bisher acht nur noch drei niedergelassene Augenärzte im gesamten Kreis tätig sein – wenn sie mit 65 Jahren aufhören und sich kein Nachfolger findet. Von den zurzeit vier HNO-Ärzten erreichen bis 2020 drei diese Altersgrenze.

Eine äußerst ungünstige Prognose gibt es auch bei den Kinderärzten, zurzeit neun an der Zahl, die sich schon im nächsten Jahr um vier verringern könnte. 2020 haben fünf Kinderärzte das Alter von 65 Jahren erreicht. Sehr gut sieht es dagegen in der Urologie aus. Aus Altersgründen wird keiner der acht Ärzte in den nächsten Jahren seine Praxis beenden. Hessenweit fehlen aber demnächst über 30 Prozent dieser Fachärzte.

Weil die Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2020 laut Gesundheitsreport auf 5000 steigen wird (plus 200 seit 2011) und auch die Zahl der Pflegebedürftigen in stationärer Dauerpflege auf 1100 (plus 100) steigen wird, werden acht zusätzliche Altenpfleger gebraucht. Dazu kommen noch 70 weitere Altenpfleger, die in Ruhestand gehen werden.

Wegen der älter werdenen Bevölkerung werden zusätzlich 35 Krankenpflegekräfte gebraucht, 52 weitere wegen des „altersbedingten Ersatzbedarfs“.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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