Kassenärztliche Vereinigung: Noch ist Versorgungsgrad sehr gut

Jeder dritte Hausarzt ist über 60 Jahre alt

Hersfeld-Rotenburg. Ein Drittel von insgesamt 91 niedergelassenen Hausärzten im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist über 60 Jahre alt. Damit liegt der Kreis weit über dem hessischen Durchschnitt. In den nächsten Jahren werde es deshalb einen enormen Bedarf an Hausärzten im Kreis geben, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in ihrer aktuellen Analyse zur ambulanten Versorgung mit Hausärzten im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Die KV spricht von der Gefahr der Überalterung.

Allerdings sind die Menschen in unserem Kreis zurzeit statistisch gesehen noch überversorgt. Mit 91 Ärzten liege der Versorgungsgrad bei 111 Prozent. Hessenweit kommen 1560 Einwohner auf einen Hausarzt (= 100 Prozent).

Die Verteilung der Ärzte ist jedoch nicht gleichmäßig. Einige Jahre hatte die kleine Gemeinde Breitenbach/H. gar keinen Hausarzt mehr, jetzt gibt es zumindest wieder eine Zweigpraxis. In Ludwigsau, Hauneck und Ronshausen gibt es deutlich mehr als 1560 Einwohner pro Hausarzt (über 120 Prozent).

Zurzeit suchen mehr Hausärzte einen Nachfolger als es Interessenten gibt, stellt die Ärztevertretung fest, und nennt die Belastung durch Bereitschaftsdienste als ein Hindernis für junge Ärzte, eine Praxis zu übernehmen. Die KV schlägt deshalb größere Bereitschaftsdienst-Bezirke vor. Im Südkreis sei man diesbezüglich schon im Gespräch, sagte der Sprecher des Hausärzteverbandes, Dr. Martin Ebel (Bad Hersfeld). „Wir sind dabei, das zu organisieren.“ Bad Herfeld sei eine „wichtige Keimzelle“, da es hier schon eine Notdienstzentrale gibt.

Die Untersuchung der KV bestätige die eigenen Prognosen von vor fünf Jahren, sagte Dr. Ebel. Der derzeitige Grad der relativen Überversorgung breche angesichts der großen Zahl älterer Ärzte schnell zusammen. „Da kommt ein Pensionierungs-Tsunami auf uns zu“, sagte Ebel. Auch Bad Hersfeld und Bebra seien dann betroffen. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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